Start CORONA Kosovo: Spitäler stehen kurz vor dem Kollaps
CORONA-PANDEMIE

Kosovo: Spitäler stehen kurz vor dem Kollaps

(FOTO: iStockphoto)

In Kosovos Krankenhäuser müssen 90 Prozent der Covid-19-Patienten beatmet werden. Das bringt die Spitäler an die Belastungsgrenze. Schuld daran ist vor allem die niedrige Durchimpfungsrate gegen das Coronavirus im Land.

Wie Valbon Krasniqi, der Leiter des Krankenhausdienstes im Kosovo, gegenüber der Tagesschau erzählte, werden derzeit alle Klinik-Kapazitäten für Corona-Patienten aufgewendet. Im Land würden aktuell 1.160 Patienten in sieben Krankenhäuser behandelt werden, davon benötigen 950 eine Sauerstofftherapie – also ganze 90(!) Prozent. Außerdem seien 90 Prozent der schwerkranken Corona-Patienten ungeimpft, so Krasniqi.

Situation in Krankenhäusern extrem kritisch
Die Lage ist viel schlimmer als alle Infektionswellen zuvor. Noch nie gab es so viele Neuinfektionen. Die Folge: Kaum freie Betten, Behandlungen gibt es nur noch in Notfällen und bei dringenden Operationen, Urlaubssperren für Ärzte und Pflegekräfte –jeder und jede einzelne wird gebraucht. Einige Krankenhäuser haben sogar die Zimmer des Gesundheitspersonals in Räume für Covid-Patienten umgewandelt. Bald werde es keine Betten mehr für neue Corona-Patienten geben, alarmiert Gesundheitsmanager Krasniqi die Öffentlichkeit.

Auch Kinder und Schwangere in Behandlung
Momentan gebe es mehr als 20.000 aktive Corona-Fälle und die Zahl werde voraussichtlich noch steigen. „Außerdem liegen in der Kinderklinik 13 Kinder, die an Corona erkrankt sind. Wir haben noch nie so viele Kinder mit Corona behandelt“, zeigt sich Krasniqi gegenüber der Tagesschau schockiert. Darüber hinaus seien 24 schwangere Frauen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Nur 12 Prozent der Bevölkerung geimpft
Laut der John-Hopkins-Universität sind im Kosovo nur knapp zwölf Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Das Land zählt neben Bosnien-Herzegowina am Westbalkan zu den Ländern mit der niedrigsten Impfquote. Einer der Gründe scheint die Fehlinformation und hartnäckig kursierende Fake-News über den Corona-Impfstoff zu sein:

„Sie haben gesagt, der Impfstoff würde die Älteren töten und die Jüngeren würden keine Kinder bekommen. Aber dann habe ich trotzdem beschlossen, mich impfen zu lassen“, erzählte die 64-jährige Fazile Vitijt gegenüber der Tagesschau.

Regierung reagiert mit strengeren Corona-Regeln
Die kosovarische Regierung reagierte mittlerweile auf die drastische Situation mit strengeren Corona-Maßnahmen: Nachtclubs werden bis 1. September geschlossen bleiben, auch andere Hochzeits- und Familienfeiern sind nicht mehr erlaubt. Restaurants müssen früher schließen und größere  Veranstaltungen können nur noch mit einem negativen Corona-Test besucht werden.

Der Leiter des Krankenhausdienstes setzt jetzt seine ganze Hoffnung auf diese Regierungsmaßnahmen: „Wir können nicht so viele Betten anbieten, wie nötig sind, wenn es so weitergeht“, sagt er. Um die Ausbreitung der Infektionen zu stoppen, „müssen wir auf die Impfungen und die Einhaltung der Maßnahmen setzen“.

Quellen und Links:

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