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Mittelalter-Juwel

Kroatien hat die kleinste Stadt der Welt!

Kroatien hat die kleinste Stadt der Welt!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Zwischen mittelalterlichen Mauern und nur zwei Straßen leben gerade einmal 30 Menschen. Das kroatische Hum wirbt als kleinste Stadt der Welt – doch der Titel ist umstritten.

Inmitten der kroatischen Region Istrien liegt ein Ort, der mit dem Titel „kleinste Stadt der Welt“ zahlreiche Besucher anzieht. Doch Hum ist nicht die einzige Siedlung, die diesen Superlativ für sich beansprucht. TRAVELBOOK hat die verschiedenen Kandidaten genauer untersucht.

Mit nur zwei Straßen, drei Häuserreihen und rund 30 Bewohnern gilt das istrische Städtchen Hum derzeit als kleinster urbaner Ort weltweit. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, dass Hum diesen Titel seit 2011 trägt und angeblich sogar einen Eintrag im „Guinnessbuch der Rekorde“ besitzt. Diese Information wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen – allerdings existiert ein solcher Rekord-Eintrag gar nicht. Auf der offiziellen Website des Guinnessbuchs findet sich zwar eine Vielzahl außergewöhnlicher Rekorde, jedoch keiner für die kleinste Stadt der Welt. Dennoch zählt Hum aufgrund seiner geringen Einwohnerzahl zweifellos zu den winzigsten Städten weltweit.

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Hums Sehenswürdigkeiten

Trotz seiner bescheidenen Größe bietet Hum zahlreiche Attraktionen. Rustikale Steinhäuser und farbenfroh bepflanzte Fensterbänke verleihen dem Ort einen märchenhaften Charakter. Die gut erhaltenen mittelalterlichen Befestigungsmauern umschließen die Miniaturstadt vollständig. Besucher stoßen zunächst auf das imposante Stadttor – eine der Hauptsehenswürdigkeiten Hums. Dieses Portal schmücken zwölf glagolitische Symbole, die laut der Informationsseite kroati.de die Monate des Jahres repräsentieren sollen.

Die Geschichte Hums reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Ein weiteres bedeutendes Bauwerk ist die Maria-Himmelfahrt-Kirche, deren Ursprünge aus dem 13. Jahrhundert stammen. Im Jahr 1802 wurde das Gotteshaus auf seinem historischen Fundament neu errichtet. Zur Kirche gehört ein 22 Meter hoher Turm, der früher als Verteidigungsanlage diente.

Besuchenswert ist auch die Allee der Glagoliten – eine Reihe von elf Denkmälern, die an die altslawisch-istrische Glagoliza-Kultur (historische slawische Schrift) erinnern. Diese Gedenkstätte beginnt in der Ortschaft Roc und führt über sechs Kilometer bis zum Stadttor von Hum. Besonders beeindruckend ist das Monument „Aufstieg des Istrischen Gesetzbuches“. Laut dem Reiseblog Places of Juma passieren Autofahrer dieses Denkmal unweigerlich auf dem Weg nach Hum.

Weitere Kleinstädte

Auch im belgischen Durbuy, nahe der luxemburgischen Grenze, erhebt man Anspruch auf den Titel „kleinste Stadt der Welt“. Nach Schätzungen von CityPopulation.de lebten 2022 etwa 296 Menschen in diesem mittelalterlichen Ort – vergleichbar mit Arnis, der kleinsten deutschen Stadt. König Johann von Böhmen verlieh Durbuy bereits 1331 das Stadtrecht. Mit einer Gesamtfläche von 156,6 Quadratkilometern ist Durbuy jedoch deutlich ausgedehnter als Hum.

Adamstown auf der Pitcairn-Insel im britischen Überseegebiet im Südpazifik bezeichnet sich als die am dünnsten besiedelte Hauptstadt weltweit. Laut CityPopulation.de wurden 2020 auf der 20 Hektar großen Fläche lediglich 50 Einwohner gezählt.

Nach Definition der Bundeszentrale für politische Bildung gilt eine Siedlung üblicherweise ab 5.000 Einwohnern als Stadt und fungiert als zentraler Ort einer Region. Dennoch werden manche Ortschaften trotz deutlich geringerer Bevölkerungszahlen offiziell als Städte klassifiziert – darunter eben Hum, Durbuy und Adamstown.

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KO KOSMO-Redaktion
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