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Sparmaßnahmen

Benzin, Flammen, Mordaufrufe: Frankreichs Schulproteste außer Kontrolle

Benzin, Flammen, Mordaufrufe: Frankreichs Schulproteste außer Kontrolle
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Aus Schulprotesten wird Gewalt – Frankreich erlebt eine Eskalation, die weit über den Bildungsstreit hinausgeht.

In Frankreich haben sich Schülerproteste, die ursprünglich als Reaktion auf Sparmaßnahmen im Bildungsbereich entstanden waren, innerhalb kurzer Zeit zu gewalttätigen Ausschreitungen entwickelt. In Paris attackierten jugendliche Randalierer eine Polizeianwärterin und riefen dabei „Tötet sie!“. Die Zwischenfälle beschränkten sich nicht auf die Hauptstadt: In Nantes stand eine Oberschule in Flammen, während in Marseille ein Schulleiter und sein Stellvertreter mit Benzin übergossen wurden.

Die Polizei wandte sich in einem Schreiben direkt an die Eltern betroffener Schüler: „Ihr Kind nimmt an Schulblockaden teil? Erinnern Sie es an die richtigen Verhaltensregeln für seine Sicherheit.“

Politischer Streit

Bally Bagayoko, Bürgermeister von Saint-Denis, verteidigte den Einsatz von Gewalt unter bestimmten Umständen. Jean-Luc Mélenchon, Parteichef der linken Bewegung LFI (La France Insoumise), wies die Berichte über Gewaltakte hingegen zurück und wertete sie als gezielte Kampagne gegen seine Partei. Die französischen Sicherheitsbehörden warnten unterdessen, dass extremistische Gruppen die Proteste zunehmend für ihre Zwecke nutzten.

Warnung für Europa

Jacob Ross, Frankreich-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, sieht in den aktuellen Ereignissen ein Muster, das über Frankreich hinausweist. „Sehr offensichtliche Probleme bei der Integration bestimmter Bevölkerungsgruppen werden gerne verschwiegen“, so Ross. Er warnte vor den langfristigen Folgen ausbleibender Investitionen im Bildungsbereich und verwies auf mögliche Parallelen zu sozialen Spannungen, wie sie auch in Deutschland denkbar seien.

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KO KOSMO-Redaktion
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