Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Bildungsunruhen

Fast 2.000 Festnahmen: Schülerproteste eskalieren

Fast 2.000 Festnahmen: Schülerproteste eskalieren
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Brennende Barrikaden, Hunderte Verletzte, geschlossene Schulen: Frankreich erlebt eine Schülerbewegung, die das Land erschüttert.

Frankreich erlebt dieser Tage eine beispiellose Eskalation von Schülerprotesten, die die Regierung in Paris zunehmend unter Druck setzen und landesweit für Unruhe sorgen.

Innerhalb weniger Tage wurden im Zuge der Demonstrationen 1.949 Personen festgenommen. Die Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften forderten über 305 verletzte Polizisten und Gendarmen. Für Freitag ordneten die Behörden die Schließung von mehr als 400 Schulen an, die stattdessen auf Fernunterricht umstellten.

Seit Beginn der Proteste trugen zudem 170 Schülerinnen und Schüler sowie 65 Personen aus dem Bildungsbereich Verletzungen davon.

Bildungskrise eskaliert

Die Demonstrationen, die Ende der vergangenen Woche ihren Ausgang nahmen, richten sich gegen die als unhaltbar empfundenen Zustände im französischen Bildungswesen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen baufällige Schulgebäude, überfüllte Klassenräume und ein gravierender Lehrermangel. Zusätzliche Empörung löste die Plattform aus, über die Universitätszulassungen abgewickelt werden.

Was zunächst als friedlicher Protest begann, mündete vielerorts in Ausschreitungen: Mülltonnen gerieten in Brand, Einsatzkräfte wurden angegriffen, Schulgebäude beschädigt. In Marseille wurde ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Inzwischen haben sich die Proteste auch auf Universitäten ausgeweitet, und der öffentliche Nahverkehr in mehreren Städten ist spürbar beeinträchtigt.

Regierung reagiert

Das Innenministerium erklärte, die Lage habe „nichts mehr mit dem legitimen Äußern von Forderungen zu tun. Vielmehr erfülle sie alle Eigenschaften von städtischer Unruhe.“ Premierminister Sébastien Lecornu berief daraufhin eine Krisensitzung zur Lage an den Gymnasien ein.

Bildungsminister Édouard Geffray appellierte an alle Beteiligten und betonte, „der einzige Weg sei der Dialog.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen