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Bildungskrise

Wiederkehr alarmiert: Junglehrerinnen flüchten von Österreichs Schulen

Wiederkehr alarmiert: Junglehrerinnen flüchten von Österreichs Schulen
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2 Min. Lesezeit |

Zufrieden, aber trotzdem weg: Österreichs Lehrermangel hat ein überraschendes Gesicht – und es ist jünger als gedacht.

Acht von zehn Lehrerinnen und Lehrern in Österreich sind mit ihren Arbeitsbedingungen und ihrer Entlohnung zufrieden – und dennoch verlassen viele den Beruf, bevor sie richtig Fuß gefasst haben. Laut der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ haben neun Prozent der Berufsneulinge mit klassischer Lehrerausbildung den Job bereits aufgegeben. Als Hauptgründe gelten die hohe Arbeitsbelastung sowie fehlende Unterstützung im Schulalltag.

Junglehrkräfte unter Druck

Im Schuljahr 2024/25 schieden drei Prozent aller qualifizierten Lehrkräfte in Österreich aus dem Beruf aus. Mehr als zwei Drittel davon hatten weniger als fünf Jahre Unterrichtserfahrung. Besonders problematisch ist dabei, dass Junglehrerinnen und Junglehrer überproportional häufig in schwierigen Klassen eingesetzt werden – obwohl sie sich in vielen Fällen auf diese Aufgaben nicht ausreichend vorbereitet fühlen.

Im europäischen Vergleich bewegt sich Österreich bei den Abgängen junger Lehrkräfte im oberen Bereich, ähnlich wie Luxemburg oder das französischsprachige Belgien. In Lettland und Litauen hingegen sind die Ausstiegsraten stabil geblieben oder sogar gesunken. Insgesamt hält sich der Anstieg der Berufsabgänge in Österreich noch in Grenzen – anders als etwa in Estland oder dem französischsprachigen Belgien, wo die Zahlen deutlich nach oben gegangen sind.

Wiederkehrs Reaktion

Bildungsminister Christoph Wiederkehr sieht dringenden Handlungsbedarf. „Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass junge Lehrerinnen und Lehrer langfristig im Beruf bleiben“, betonte er. Verschärft wird die Situation durch Elternkarenzen und Sabbaticals: Im Schuljahr 2024/25 fehlten zehn Prozent der voll qualifizierten Lehrkräfte für mindestens zwei Monate. Die OECD empfiehlt als Gegenmaßnahmen unter anderem den Ausbau von Unterstützungspersonal sowie den verstärkten Einsatz digitaler Lösungen, um den Lehrberuf dauerhaft attraktiv zu halten.

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KO KOSMO-Redaktion
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