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Wassermangel

Kroatien: Urlaubsparadies seit zehn Tagen ohne Trinkwasser

(FOTO: iStock/Rafa Jodar/Emily_M_Wilson)
(FOTO: iStock/Rafa Jodar/Emily_M_Wilson)

Kroatien erlebt derzeit einen gravierenden Wassermangel, insbesondere in der malerischen Küstenregion von Sevid nahe Trogir, die als „Perle an der Adria“ bekannt ist.

Bereits seit zehn Tagen müssen die Anwohner ohne fließendes Wasser auskommen, eine Situation, die sowohl für die Einheimischen als auch für Urlauber zur Belastungsprobe wird. Dies berichtet das lokale Nachrichtenportal Dnevnik.hr, welches die prekären Verhältnisse in dem kleinen Ort beleuchtet.

Wasserkrise in Sevid

Sevid, einst ein idyllisches Ziel für viele Urlauber, sieht sich nun mit einer zunehmend schwierigen Situation konfrontiert. Wie Einheimische berichten, ist die Wasserknappheit an der Adria kein neues Phänomen. Jedoch hat die derzeitige Trockenperiode die Lage in Sevid dramatisch verschärft. Laut Aussage einer betroffenen Bewohnerin gegenüber dem Nachrichtenportal haben die Haushalte auf den Hügeln seit Tagen kein Wasser mehr. Versuche, Unterstützung von den Wasserwerken in Split und Sibenik zu erhalten, blieben erfolglos. Zur Dauer der Versorgungsunterbrechung erhält man keine Auskunft.

Bewohner sind verzweifelt

Einige Bewohner haben sich mit Wassertanks beholfen, die sie in den letzten Monaten mit Regenwasser aufgefüllt haben. Jedoch sind diese Wasserspeicher im heißen Sommer ohne Regen schnell erschöpft. Schon im Vorjahr mussten Wassertanker angefordert werden, um die Versorgung notdürftig aufrechtzuerhalten. Trotz aktueller Bemühungen scheint jedoch die Versorgungskrise weiterhin ungelöst. „Wir sind verzweifelt“, sagte eine Einwohnerin, die auch nicht versteht warum sie weiterhin die Wasserrechnung zahlen müssen.

Urlauber in Sorge

Die Wasserproblematik betrifft nicht nur die dauerhaft ansässigen Bewohner von Sevid, sondern verunsichert auch potenzielle Urlauber. In einer öffentlichen Facebook-Gruppe teilen Besucher ihre Bedenken und Erfahrungen. Die Frage nach der Trinkwasserqualität und die Möglichkeit, Leitungswasser zu nutzen, stehen im Raum, worauf oft der Rat folgt, lieber auf Flaschenwasser zurückzugreifen. Nur wenn das Wasser aus speziellen Tanklieferungen stammt, wird von einer bedenkenlosen Nutzung gesprochen.

Die Zukunft der Wasserversorgung in Sevid

Sevid na Moru, ein Teil der Stadt Marina, verfügt derzeit noch nicht über ein eigenes integriertes öffentliches Wasserversorgungssystem, stattdessen werden Tanks genutzt. Ein Anschluss an das öffentliche Netz ist jedoch geplant. Mit einem Wachstum der Bevölkerung von derzeit 160 permanenten bis zu 1400 temporären Bewohnern, steigt der Druck, ein robustes Versorgungssystem zu etablieren. Ein elf Kilometer langes Wassernetzwerk soll innerhalb der nächsten 17 Monate realisiert werden – ein ambitioniertes Vorhaben angesichts der aktuellen Herausforderungen.