Ein Esoterik-Star, ein Satanisten-Auftritt und 15 Millionen Euro Steuergeld – die Wiener Festwochen entfachen heftigen Streit.
Die Wiener Festwochen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Republic of Gods“ – und sorgen schon vor dem eigentlichen Beginn für Aufregung. Mittelpunkt der Debatte ist die Eröffnungsshow am Heldenplatz, an der der kroatische Esoterik-Star Josip Grbavac, bekannt unter dem Namen Braco, mitwirkt. Seine Auftritte beruhen auf einer unsichtbaren spirituellen Energie, die seine Anhänger als außergewöhnlich intensiv erleben.
In Onlineforen schildern Besucher Gefühle von Hoffnung, Liebe und innerer Erleichterung. Gleichzeitig finden sich Warnhinweise für Jugendliche und Schwangere, da die Wirkung seiner Präsenz als zu intensiv eingestuft wird.
Kritik & Widerstand
Die Entscheidung, Braco in das Programm aufzunehmen, stößt auf deutlichen Widerstand. Sektenexperten mahnen vor gezielter Manipulation und beschreiben seine weltweiten Auftritte als ein hochprofitables Geschäftsmodell. Den Festwochen selbst fließt laut einem Bericht von MeinBezirk allerdings keine Gage zu.
Die Veranstalter rechtfertigen die Einladung damit, dass man sich bewusst mit der gesellschaftlich verbreiteten Sinnsuche auseinandersetzen wolle. Politische Konsequenzen bleiben bislang aus: Aus dem Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hieß es, dass die Künstlerinnen und Künstler ihre Inhalte und Programme selbständig entscheiden.
FPÖ-Kritik
Besonders scharf fällt die Kritik der FPÖ aus, die sich an den Subventionen von rund 15 Millionen Euro stößt. Laut einer Auskunft der Kulturstadträtin im Gemeinderat erhalten die Wiener Festwochen in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt rund 27 bis 28 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln, die überwiegend von der Stadt Wien und in geringerem Ausmaß vom Bund stammen. Kultursprecher Lukas Brucker kritisiert, dass während die Stadt Wien bei Familien und der heimischen Bevölkerung kürzt, Millionenbeträge für „linke Agitation, Esoterik-Shows und bizarre Satanisten-Performances“ ausgegeben werden. Auch der Auftritt der Gruppe „Witch Club Satan“ wird von der FPÖ als Beleg für den ideologischen Kurs der Festwochen gewertet.
Brucker fordert, dass dieses Geld den Wienerinnen und Wienern zurückgegeben werden sollte, anstatt linke Kultur-Experimente zu alimentieren.