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SKANDAL

Kushtrim K.: „Ich musste mich als schwul outen, um über die Grenze zu dürfen“

Symbolbild (FOTOS: iStockphotos, Pixabay)

Der albanisch-stämmige Kushtrim K. wollte seinen Partner in Deutschland besuchen und wurde an der Grenze schlimm schikaniert.

Er wollte aus der Schweiz zu seinem Freund in Konstanz (Deutschland) reisen, wurde jedoch am Grenzübergang vom deutschen Beamten aufgehalten. „Bisher klappte das immer Problem“, so Kushtrim K im Nachhinein geschockt.

Um zum unverheirateten Partner in Deutschland reisen zu dürfen, muss aufgrund der derzeitigen Corona-Maßnahmen die Beziehung am Grenzübergang glaubhaft nachgewiesen werden. Kushtrim K. und sein Partner haben deswegen im Vorfeld eine Beziehungs-Bestätigung unterzeichnet.

Dem Grenzbeamten reichte diese Bestätigung jedoch nicht. Er bestand darauf, Fotos vom homosexuellen Paar zu sehen. Der albanisch-stämmige Schweizer soll verdutzt nachgefragt haben, ob dies notwendig sei, woraufhin ihn der Zollbeamte erbost reagierte: „Er schrie mich an, dass ich in die Schweiz zurückfahren kann, wenn es mir nicht passt. Ich war total perplex und stand unter Druck.“

Keine gemeinsamen Fotos, weil ungeoutet
„Auf Social Media habe ich kein einziges Foto von meinem Freund und mir. Meine Eltern sind strenggläubige Muslime, das würden sie nie verstehen“, erzählte K. dem Schweizer Medium „20 Minuten“. Nachdem er länger in seinem Smartphone nach einem Bild suchte, fand Kushtrim schlussendlich ein gemeinsames Foto vor dem Eifelturm.

„Ich zeigte dem Zöllner ein Bild von meinem Partner und mir in Paris. Das Bild hat dem Beamten nicht gereicht. Er hat mehr Fotos verlangt.“ Auch ein Foto des Partners in Unterwäsche konnte den deutschen Grenzkontrolleur nicht überzeugen.

Aus Verzweiflung Sex-Bild gezeigt
K. fühlte sich so vom Beamten so sehr verunsichert, dass er in seiner Verzweiflung ein Sex-Bild von ihm und seinem Partner herzeigte. Darauf sei sein Gesicht und der Penis des Partners zu sehen.

Erst nach der Durchsicht des intimen Bildes habe ihn der Zöllner durchgewinkt. Ich fühle mich so dreckig und bloßgestellt – als wäre ich ein Mensch zweiter Klasse“, zeigte sich Kushtrim verstört und stellte die Frage, ob diese Situation auch einem Hetero-Paar passiert wäre.

Beschwerde eingereicht
K. legte beim zuständigen Hauptzollamt in Singen (Deutschland) Beschwerde ein. Dies wurde dem Nachrichtenportal „20 Minuten“ auch bestätigt. Derzeit wartet der albanisch-stämmige Schweizer auf eine Stellungnahme der Bundespolizei Deutschland.

*Name von der Redaktion geändert.

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