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Kostenfalle

Land am Balkan lockt – Schnäppchen entpuppt sich als Kostenbombe

Land am Balkan lockt – Schnäppchen entpuppt sich als Kostenbombe
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Haus für 20.000 Euro – verlockend, aber der wahre Preis zeigt sich oft erst nach dem Einzug.

Der serbische Immobilienmarkt lockt mit Angeboten, die auf den ersten Blick kaum zu glauben sind: ganze Anwesen in Dorflagen oder in der Nähe beliebter Touristenregionen, mitunter zum Preis eines gebrauchten Mittelklassewagens. Doch wer sich von solchen Inseraten blenden lässt und den Fokus allein auf die rechtliche Seite des Kaufs legt, riskiert, in eine kostspielige Falle zu tappen – denn der eigentliche Preis zeigt sich oft erst nach der Schlüsselübergabe.

Viele Interessenten, die für rund 20.000 Euro ein Haus erwerben möchten, beruhigen sich mit dem Gedanken, dass saubere Grundbucheintragungen ausreichen, um auf der sicheren Seite zu sein. Was sie dabei unterschätzen: Die finanzielle Belastung beginnt häufig erst nach dem Einzug. Renovierungsarbeiten und fehlende Infrastruktur können die ursprüngliche Ersparnis rasch aufzehren – und aus dem vermeintlichen Schnäppchen wird ein Projekt, das mehr verschlingt, als es je wert war.

Versteckte Kostenfallen

Wer böse Überraschungen vermeiden will, sollte vor Vertragsunterzeichnung drei Faktoren besonders genau unter die Lupe nehmen. Erstens die Stromversorgung: Viele ältere Häuser verfügen lediglich über einphasige Leitungen oder veraltete Elektroinstallationen. Der Anschluss an ein modernes Drehstromnetz samt den erforderlichen Genehmigungen kann mehrere tausend Euro kosten.

Zweitens die Dämmung und Energieeffizienz: Günstige Objekte sind häufig mit Materialien errichtet worden, die kaum Wärme halten. Neue Fassadendämmung, Fenster- und Türentausch – all das summiert sich angesichts gestiegener Materialpreise zu Beträgen, die den Kaufpreis selbst in den Schatten stellen können. Drittens die kommunalen Abgaben und sonstigen Gebühren: Welche Kosten tatsächlich anfallen, hängt von der Widmung des Grundstücks und der jeweiligen Zone ab – und nicht wenige Käufer stoßen erst dann auf diese Posten, wenn der erste Bescheid ins Haus flattert.

Sachverständige einbinden

Ein Haus zum Preis eines Smartphones oder eines älteren Autos mag verlockend klingen – die Kalkulation dahinter ist jedoch gnadenlos. Wer die Infrastruktur- und Sanierungskosten nicht im Vorfeld erhebt, läuft Gefahr, in eine dauerhafte Quelle unvorhergesehener Ausgaben zu investieren. Neben einem Rechtsanwalt sollte daher unbedingt auch ein bautechnischer Sachverständiger in den Kaufprozess eingebunden werden, der den tatsächlichen Zustand der Installationen und den notwendigen Sanierungsumfang realistisch einschätzen kann – bevor ein Vertrag unterschrieben wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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