Österreich steuert als einziges Industrieland weltweit auf eine Rezession im Jahr 2025 zu. Die heimische Wirtschaft zeigt seit der Corona-Pandemie deutliche Schwächezeichen und schneidet im Vergleich zu anderen Euroländern besonders schlecht ab.
Die EU-Kommission bestätigt diese Einschätzung: Österreich ist 2025 das einzige EU-Land mit einem erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, während alle anderen EU-Staaten zumindest ein geringes Wachstum verzeichnen. Die österreichische Wirtschaft bleibt damit bereits im dritten Jahr in Folge hinter dem europäischen Durchschnitt zurück.
Eine Kombination aus Ukraine-Konflikt, steigender Inflation und US-Handelszöllen verdüstert die wirtschaftlichen Perspektiven zusehends. Erschwerend hinzu kommt: Die Inflationsrate wird 2025 mit 2,9 Prozent weiterhin über dem EU-Schnitt und deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank liegen.
Der Fachverband der metallverarbeitenden Industrie in der Wirtschaftskammer plädiert gegenüber den Salzburger Nachrichten für drastische Maßnahmen: Um die Konkurrenzfähigkeit österreichischer Unternehmen wiederherzustellen, seien Lohnabschlüsse erforderlich, die deutlich unter der Inflationsrate liegen. „Wir müssen jetzt gemeinsam gegensteuern und neue Wege bei den Lohnerhöhungen finden.“ Die Lohnkosten in Österreich haben zuletzt merklich zugenommen.
Gewerkschaftliche Reaktion
Auch auf Gewerkschaftsseite zeichnet sich ein Umdenken ab. GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten)-Bundesgeschäftsführer Mario Ferrari räumt ein, dass man vor „Rahmenbedingungen, die wir so noch nicht hatten“ stehe. Im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten signalisiert der Gewerkschafter Bereitschaft zu „vernünftigen und verantwortungsvollen Lösungen“, betont jedoch die Notwendigkeit gegenseitigen Entgegenkommens.
Herausfordernde Lohnrunden
Die anstehenden Herbstlohnrunden stehen damit unter keinem günstigen Stern. Traditionell geben die Metaller als Vorreiter die Richtung vor. Eine spürbare Entspannung bei den Verbraucherpreisen wird erst für 2026 erwartet, was die Verhandlungsposition der Gewerkschaften zusätzlich erschwert.
Ein schwacher Trost bleibt: „Was vielleicht für die Industrie gilt, muss nicht automatisch für andere Branchen gelten.“