Mit 15 Jahren, vier Bienenstöcken und jeder Menge Ehrgeiz: Ein Kärntner Jugendlicher zeigt, wie Leidenschaft entsteht.
Ludwig Mosser aus dem Gailtaler Ort Weißbriach hat mit der Imkerei eine unerwartete Leidenschaft entdeckt. Den Grundstein legte vor vier Jahren sein Vater Klaus, der von einem erfahrenen Kollegen an das Handwerk herangeführt wurde. Zunächst ließ das Thema den HAK-Schüler und Klassensprecher kalt – doch je öfter er seinem Vater an den vier Bienenstöcken am Dorfrand zusah, desto mehr wuchs sein Interesse.
Heute bewältigt Ludwig die Arbeit mit den Bienen vollständig selbständig – ein Umstand, der ihn mit sichtlichem Stolz erfüllt. Das notwendige Rüstzeug holte er sich in einem Grundlagenkurs beim Imker-Lehrreferenten Arno Kronhofer. Da er die Mindestaltersgrenze noch nicht erreicht hatte, nahm sein Vater gemeinsam mit ihm teil. „Weil ich noch nicht 15 und damit zu jung war.“
Bienen fordern täglich
Kein Tag vergeht, an dem Ludwig nicht nach seinen Bienen sieht. „Ich beobachte, wie es ihnen geht und ob sie sich wohlfühlen.“ Die Faszination für die Tiere ist ungebrochen – und in diesem Jahr zeigten sie sich besonders emsig. „Wir mussten aufstocken, weil die Bienen mehr Platz brauchten.“
Einen festlichen Rahmen für die Imkerkultur der Region bietet das 23. Österreichische Honigfest in Hermagor im Gailtal, das vom 14. bis 16. August stattfindet. Auf dem Programm stehen Live-Honigschleudern, Verkostungen der besten Kärntner Honige, kreative Honiggerichte sowie ein breites Rahmenprogramm – ein Beleg für den hohen Stellenwert, den die Imkerei in dieser Gegend genießt.
Dass er in seiner Entwicklung als Imker noch am Anfang steht, ist Ludwig durchaus bewusst. „Denn Imker sind ständig am Lernen, die Bienen stellen sie stetig vor neue Herausforderungen.“ Für die kommenden Jahre ist bei der Familie Mosser eine Erweiterung des Bienenbestands durchaus denkbar.
Trompete und Feuerwehr
Neben der Imkerei füllt Ludwig seinen Alltag mit weiteren Engagements. Seit einem Jahrzehnt erhält er Trompetenunterricht bei Musiklehrer Gerald Schwager. „Jetzt bin ich dritter Trompeter bei der TK Gitschtal Weißbriach, das taugt mir ungemein.“
Auch die Feuerwehr zählt zu seinen festen Stationen. „Heuer bin ich von der Jungfeuerwehr in den Probe-Aktivstand gewechselt“, erzählt Ludwig. Der Grundkurs steht bereits bevor. Den Zusammenhalt mit Freunden im Dorf schätzt er ebenso sehr. „Ich bin ein begeisterter Weißbriacher und möchte gerne meinen Beitrag für ein gedeihliches Ortsleben leisten“, sagt der junge Imker, Musiker und Feuerwehrmann.