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Waffen, Autos, Luxus

Luxusleben auf Kosten der Wehrlosen: Sachwalter raubte 600.000 Euro

Luxusleben auf Kosten der Wehrlosen: Sachwalter raubte 600.000 Euro
Symbolfoto. FOTO: iStock/Ma-Ke
3 Min. Lesezeit |

Systematisch plünderte ein steirischer Erwachsenenvertreter die Konten seiner hilflosen Klienten. Während sie in Not gerieten, gönnte er sich Waffen, Autos und ein Luxusleben.

Ein steirischer Sachwalter hat die Konten seiner Schutzbefohlenen systematisch geleert und dabei einen Schaden von mindestens 600.000 Euro verursacht. Das erschwindelte Geld verwendete der 37-Jährige für den Erwerb von Waffen und Fahrzeugen sowie zur Begleichung seiner privaten Rechnungen. Der im Wesentlichen geständige Mann muss sich ab Mittwoch vor Gericht verantworten.

Der Beschuldigte betreute etwa 40 Personen – deutlich mehr als die üblichen 15 Fälle – und nutzte alle seine Klienten finanziell aus. „Wir haben es hier mit einem außerordentlich schwerwiegenden Kriminalfall zu tun“, erklärt der Grazer Rechtsanwalt Peter Edelsbrunner, der einen Großteil der Geschädigten vertritt. „Die Opfer sind Menschen, die sich nicht selbst schützen können.“

Raffinierte Betrugsmasche

Obwohl er keine entsprechende Qualifikation besaß, präsentierte sich der Angeklagte als klinischer Psychologe und ging bei seinen Betrügereien äußerst raffiniert vor, was die Aufdeckung erschwerte. Die Anklage beziffert den Schaden auf nahezu 600.000 Euro. „Das ist aber bestimmt nur die Spitze des Eisberges“, ist Edelsbrunner überzeugt. Viele Opfer dürften noch gar nichts davon wissen.

Die Betrugsmasche des Mannes war vielfältig: Er gab bei Überweisungen zwar den Namen des Klienten als Empfänger an, leitete das Geld jedoch auf eigene Konten. Alternativ stellte er fingierte Rechnungen für angebliche Heimkosten, Medikamente oder ärztliche Behandlungen aus und steckte die Beträge ein.

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Gravierende Folgen

Ein Opfer, dem mehr als 70.000 Euro entwendet wurden, musste in ein Pflegeheim umziehen, weil seine Mutter die häusliche Betreuung nicht mehr finanzieren konnte. Ein anderer Schutzbefohlener verbüßte sogar eine kurze Haftstrafe, weil sein Betreuer eine fällige Verwaltungsstrafe nicht bezahlt hatte.

Während der 37-Jährige das veruntreute Geld in Waffen, Sportausrüstung und Autos investierte und seine eigenen Verbindlichkeiten tilgte, konnten seine Klienten teilweise nicht einmal ihre Miete bezahlen. „Die Vorgehensweise war wirklich niederträchtig“, betont Anwalt Peter Edelsbrunner.

Lücken im Kontrollsystem

Nach österreichischem Recht dürfen Erwachsenenvertreter maximal 15 Personen gleichzeitig betreuen. Eine Überschreitung dieser Grenze ist nur für besonders qualifizierte Rechtsanwälte oder Notare nach Eintragung in eine spezielle Liste möglich, die von den Berufskammern kontrolliert wird. Der Beschuldigte betreute jedoch 40 Personen, was deutlich über dem zulässigen Maximum liegt.

Die Kontrolle von Erwachsenenvertretern obliegt eigentlich dem zuständigen Gericht, das auf Grundlagen zurückgreift, die im Rahmen eines verpflichtenden „Clearings“ durch den örtlich zuständigen Erwachsenenschutzverein erhoben werden. Erwachsenenschutzvereine fungieren als zentrale Kontrollinstanz für Beratung, Registrierung und Überwachung. Wie der Beschuldigte trotz dieser Mechanismen so lange unentdeckt bleiben konnte, wird nun im Zuge des Verfahrens untersucht.

Der Angeklagte zeigt sich grundsätzlich geständig.

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KO KOSMO-Redaktion
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