Alarmstufe Rot in Wien: Die Gesundheitsbehörde meldet einen beunruhigenden Anstieg von Masern und Hepatitis A. Besonders betroffen sind Kinder und Wohnungslose.
Die Wiener Gesundheitsbehörde hat jüngst eine Warnung an medizinische Einrichtungen ausgesprochen. In einem Rundschreiben informiert die MA 15 (Magistratsabteilung für Gesundheit der Stadt Wien) über eine besorgniserregende Zunahme von Masern- und Hepatitis-Erkrankungen im Stadtgebiet. Bei Masern besteht bereits bei Verdachtsfällen eine Meldepflicht. Die aktuellen Zahlen der Stadt Wien belegen 59 bestätigte Maserninfektionen und 110 Verdachtsfälle im laufenden Jahr. Eine besondere Häufung der Erkrankungen wurde in den Monaten März, April und Juni dokumentiert.
Masern zählen zu den hochinfektiösen Krankheiten und manifestieren sich durch charakteristische rote Hautausschläge sowie Fieberzustände. Die Übertragung des gefährlichen Erregers erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Betroffen sind vorwiegend Kinder, jedoch können auch Erwachsene erkranken.
Unbehandelt drohen schwerwiegende Komplikationen wie kognitive Beeinträchtigungen, Lähmungserscheinungen oder sogar lebensbedrohliche Entzündungen der Hirnhaut. Laut Auskunft aus Rathauskreisen liegt die Ursache hauptsächlich bei impfskeptischen Personen aus dem Inland sowie bei Zugewanderten, denen entweder das Bewusstsein für Impfungen fehlt oder die diese ablehnen. Den wirksamsten Schutz bietet die Immunisierung. Die Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln wird kostenfrei angeboten und steht auch Erwachsenen zur Verfügung.
Eine besorgniserregende Entwicklung zeigt sich in der deutlich gesunkenen Durchimpfungsrate gegen Masern in Österreich, die maßgeblich zum aktuellen Anstieg der Erkrankungen beiträgt. Besonders gefährdet sind Personen, die entweder gar nicht oder nur mit einer der zwei empfohlenen Dosen geimpft wurden – betroffen sind sowohl Kinder als auch junge Erwachsene. Wichtig zu wissen: Versäumte Impfungen können in jedem Lebensalter nachgeholt werden, um den individuellen Schutz zu erhöhen und die weitere Ausbreitung einzudämmen.
Hepatitis-Anstieg
Parallel dazu verzeichnet Wien einen Anstieg bei Hepatitis A. Seit Jahresbeginn wurden 124 Infektionen registriert. Auffällig ist die Konzentration von Fällen in Einrichtungen für Wohnungslose. Die Gesundheitsbehörde reagiert mit mehrsprachigem Informationsmaterial, das in den betroffenen Unterkünften verteilt wird.
Hepatitis A ist eine Lebererkrankung viralen Ursprungs. Die Übertragung erfolgt in Risikogebieten über verunreinigtes Wasser, kontaminierte Nahrungsmittel oder als Schmierinfektion über Oberflächen. Auch in den angrenzenden Nachbarländern Österreichs häufen sich die Hepatitis-Fälle.
Eine der jüngsten Entwicklungen in der Region, die uns auf die Gefährlichkeit dieser Krankheit hinweist, ist eine tödliche Welle, die in Österreich für Aufsehen sorgt.
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Präventionsmaßnahmen
„Aufgrund des nicht vorhersehbaren saisonalen Verlaufs von Hepatitis A und angesichts der epidemiologischen Lage in den umliegenden Ländern ist in der nächsten Zeit nicht mit einem Rückgang der Fallzahlen zu rechnen“, erklärt ein Vertreter des Gesundheitsressorts. Die Erkrankung beginnt typischerweise mit Fiebersymptomen und gastrointestinalen Beschwerden. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Leberentzündung, oft begleitet von einer gelblichen Verfärbung der Haut.
In der Regel heilt Hepatitis A vollständig aus, kann jedoch bei vorgeschädigter Leber einen tödlichen Ausgang nehmen.
Die effektivste Präventionsmaßnahme gegen schwere Krankheitsverläufe ist die Hepatitis A-Impfung. Diese wird allerdings nicht kostenfrei angeboten. Pro Impfdosis fallen Kosten zwischen 50 und 65 Euro an.
Um die Durchimpfungsrate speziell bei vulnerablen Gruppen wie Wohnungslosen zu erhöhen, setzt die Stadt Wien jetzt verstärkt auf niederschwellige Impfangebote. Neben mehrsprachigen Aufklärungsmaterialien in Unterkünften kommen zunehmend mobile Impfteams zum Einsatz, die direkt vor Ort Impfungen anbieten. Diese Maßnahmen sollen den Zugang zur Immunisierung erleichtern und die Impfbereitschaft in schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen nachhaltig steigern.
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