In einem Kindergarten der nordwestchinesischen Provinz Gansu mussten mehr als 200 Kinder aufgrund von Bleivergiftungen medizinisch versorgt werden. Behördenangaben zufolge wurden bis Anfang dieser Woche sämtliche 251 Kinder der Einrichtung untersucht, wobei bei 233 von ihnen erhöhte Bleiwerte im Blut nachgewiesen wurden.
Laut einem Bericht der Stadtregierung wurden in Lebensmitteln der Einrichtung stark überhöhte Bleiwerte entdeckt. So enthielt ein Dattelkuchen 1.052 Milligramm Blei pro Kilogramm, während ein Maiskolben sogar 1.340 Milligramm pro Kilogramm aufwies. Diese Werte überschreiten den in China geltenden Lebensmittelstandard, der maximal 0,5 Milligramm pro Kilogramm erlaubt, um ein Vielfaches.
Gefährliche Farbstoffe
Die Ermittlungen ergaben, dass das Küchenpersonal mit Einverständnis der Kindergartenleitung über das Internet Farbe für die Zubereitung von Speisen erworben hatte. Diese Substanz war eindeutig als nicht zum Verzehr geeignet gekennzeichnet. Im Zuge der Untersuchungen nahm die Polizei acht Verdächtige fest, darunter den Betreiber des Kindergartens sowie einen Investor. Zwei Personen wurden gegen Kaution bis zum Beginn des Gerichtsverfahrens freigelassen.
Gesundheitliche Folgen
Blei als Schwermetall beeinträchtigt die Produktion roter Blutkörperchen. Eine Vergiftung mit diesem Stoff kann zu Schädigungen des Gehirns, des Nervensystems sowie der Blut- und Verdauungsorgane führen. Besonders bei Kindern kann Blei die Bildung roter Blutkörperchen schädigen, was das Risiko langfristiger gesundheitlicher Beeinträchtigungen erhöht.
Behördliche Reaktionen
Die Lokalregierung in Gansu hat nach Bekanntwerden des Vorfalls angekündigt, Lehren aus dem Geschehen zu ziehen und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit in Kindergärten zu ergreifen. Behördenvertreter betonten, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden und die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt werden sollen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.