Massenabschiebung im Schatten von Terrorvorwürfen: Pakistan schiebt über 80.000 Afghanen ab, während die Taliban das harte Vorgehen des Nachbarlandes verurteilen.
Seit Ende März hat Pakistan mehr als 80.000 afghanische Staatsbürger des Landes verwiesen. Diese Zahl wurde am Freitag von einem hochrangigen Regierungsvertreter in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, bestätigt. Die pakistanische Führung begründet diese Maßnahme mit der angeblichen Beteiligung afghanischer Migranten – der größten ausländischen Bevölkerungsgruppe im Land – an kriminellen Aktivitäten und Anschlägen.
Provisorische Unterkünfte
Für die zwangsweise Zurückgeführten wurden auf afghanischer Seite der Grenze provisorische Unterkünfte in Form von Zeltlagern eingerichtet. Die in Afghanistan herrschenden Taliban (islamisch-fundamentalistische Bewegung) weisen die Anschuldigungen entschieden zurück und verurteilen das Vorgehen Pakistans als Zwangsmaßnahme gegen ihre Landsleute.
Prekäre humanitäre Lage
In den Grenzlagern herrschen laut UN und internationalen Hilfsorganisationen äußerst schwierige Bedingungen. Viele der abgeschobenen Familien sind von akuter Obdachlosigkeit, Hunger und unzureichender medizinischer Versorgung betroffen. Besonders Frauen, Kinder und schutzbedürftige Personen leiden unter der angespannten Situation in den überfüllten Zeltlagern.
Belastete diplomatische Beziehungen
Die pakistanische Regierung plant nach eigenen Angaben, insgesamt rund drei Millionen Afghanen des Landes zu verweisen. Diese Ankündigung hat die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter verschlechtert. Die Taliban-Führung wirft Islamabad schwere Menschenrechtsverletzungen und willkürliche Abschiebungen vor, während Pakistan auf seinem Kurs beharrt und die Sicherheitslage im eigenen Land als Priorität betrachtet.