Versteckte Preiserhöhungen durch geschrumpfte Packungen sollen bald der Vergangenheit angehören. Das Wirtschaftsministerium plant ein Gesetz gegen die umstrittene „Shrinkflation“.
Das Wirtschaftsministerium geht gegen die Praxis der „Shrinkflation“ (versteckte Preiserhöhungen durch kleinere Packungen) vor und kündigt ein entsprechendes Gesetz an. Noch in diesem Jahr soll ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet werden, der versteckte Preiserhöhungen durch verkleinerte Packungsgrößen bei gleichbleibendem oder höherem Preis unterbinden soll. Bei der Präsentation am Mittwoch unterstrich Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) den Anspruch der Bevölkerung auf transparente und faire Preisgestaltung. Irreführende Rabattaktionen und verdeckte Preiserhöhungen würden das Konsumentenvertrauen erheblich beschädigen.
Parallel dazu werden österreichweit verstärkte Kontrollen bei Preisauszeichnungen und Rabatten im Lebensmitteleinzelhandel durchgeführt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einhaltung der Vorschrift, dass sich Preisnachlässe auf den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage beziehen müssen. Das Sozialministerium hatte erst kürzlich Zweifel an der Einhaltung dieser Regelung geäußert und über den Verein für Konsumenteninformation (VKI) rechtliche Schritte gegen die Handelsketten Billa, Spar, Hofer und Lidl eingeleitet. Im August 2025 reichte der VKI im Auftrag des Sozialministeriums die Klagen ein, da Kundinnen und Kunden bei der Auszeichnung von Rabattpreisen „in die Irre geführt“ würden. Die Verfahren sind derzeit anhängig und werden von den zuständigen Stellen geprüft.
Verschärfte Kontrollen
Die Erkenntnisse aus der bundesweiten „Aktion scharf“ sollen als Grundlage für eine Überarbeitung der Grundpreisauszeichnung dienen und die Preisvergleichbarkeit verbessern. Im Rahmen dieser Aktion wird derzeit verstärkt kontrolliert, ob sich Preisnachlässe tatsächlich auf den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage beziehen. Konkrete Ergebnisse der Überprüfungen stehen noch aus. Zu den geplanten Neuerungen zählen einheitliche Standards für Preisangaben, bessere Lesbarkeit durch größere Schriftgrößen sowie klare Regelungen für digitale Preisschilder. Ein entsprechender Verordnungsentwurf wird derzeit im Ministerium erarbeitet.
Mehr Transparenz
Das angekündigte Gesetz gegen „Shrinkflation“ zielt darauf ab, dass künftig Produkte mit verringerter Füllmenge bei gleichem oder höherem Preis deutlich im Regal gekennzeichnet werden müssen, um Verbrauchern mehr Transparenz zu bieten.