In Niederösterreich haben Betrüger mit dem sogenannten „Polizeitrick“ seit Jänneranfang bereits 700.000 Euro erbeutet. Die Schadenssumme steigt weiter an, obwohl die Anzahl der Betrugsversuche im Vergleich zum Vorjahr zurückgeht.
Die Kriminalpolizei verzeichnet aktuell besonders viele Fälle von „Kautionstrick“ und „Polizeitrick“. Während 2024 noch 122 Betrugsversuche mit 18 erfolgreichen Taten und einer Beute von 500.000 Euro registriert wurden, sind es im laufenden Jahr zwar nur 67 Versuche, jedoch bereits 22 erfolgreiche Betrugsfälle mit einem Gesamtschaden von 700.000 Euro.
Slowakin festgenommen
Die Polizei fahndet nach weiteren Opfern eines aktuellen Falls: Eine 21-jährige Slowakin hatte einer Wienerin mittels „Kautionstrick“ Bargeld, Golddukaten und Schmuck abgenommen. Die Täterin agierte als Teil einer kriminellen Organisation und gab sich als Staatsanwältin oder Polizistin aus. Bei ihren Anrufen behauptete sie, die Tochter oder der Sohn des Opfers habe einen Unfall verursacht und sitze nun in Haft. Nur durch eine Kautionszahlung könne die Freilassung erwirkt werden.
In Panik versetzt, händigte die Wienerin der Betrügerin ihre Wertsachen aus. Spezialisten der „Ermittlungsgruppe Falsche Polizisten“ des Landeskriminalamts konnten die 21-Jährige in Deutschland auf frischer Tat festnehmen. Da die Ermittler von weiteren Straftaten ausgehen, werden mögliche Opfer gebeten, sich unter der Telefonnummer 059 133-30 3333 zu melden.
⇢ Tochter hatte Unfall“ – Seniorin übergibt wertvollen Goldschatz an falsche Polizisten
Schutz vor Betrug
Zum Schutz vor solchen Betrugsmaschen gibt die Polizei wichtige Verhaltensregeln: Grundsätzlich holt die echte Polizei niemals Geld oder Wertgegenstände ab. Bei Anrufen unbekannter Personen ist Vorsicht geboten, ebenso sollte Fremden kein Zutritt zur Wohnung gewährt werden. Keinesfalls sollten Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen übergeben werden.
Bei verdächtigen Telefonaten empfiehlt es sich, das Gespräch sofort zu beenden und nicht unter Druck setzen zu lassen. Vermögensverhältnisse sollten am Telefon niemals preisgegeben werden. Bei angeblichen Polizeibeamten sollte stets der Dienstausweis verlangt oder beim Polizeinotruf 133 nach dem Beamten gefragt werden. Auch Warnhinweise von Bankangestellten sollten ernst genommen werden.