Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tragödie

Tödliche Fluchtroute: Drei Leichen nach Bootsunglück auf der Save geborgen

Tödliche Fluchtroute: Drei Leichen nach Bootsunglück auf der Save geborgen
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Drei Menschen verloren ihr Leben, als ein Boot auf der Save kenterte. Die Tragödie wirft ein Schlaglicht auf die gefährliche Realität der Balkanroute für Geflüchtete.

Ein Bootsunglück auf der Save forderte heute Morgen drei Todesopfer, als Geflüchtete versuchten, von Bosnien-Herzegowina nach Kroatien überzusetzen. Acht weitere Personen konnten gerettet werden und befinden sich nun in medizinischer Behandlung im Krankenhaus von Slavonski Brod in Kroatien. Die Rettungsaktion begann nach einem Notruf kurz nach 5:30 Uhr, woraufhin Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und der kroatische Such- und Rettungsdienst HGSS ausrückten. Einsatzleiter Ivan Vuleta bestätigte, dass insgesamt elf Menschen aus dem Wasser geborgen wurden.

Die Überlebenden leiden unter starker Unterkühlung und werden derzeit im Krankenhaus versorgt. Die kroatischen Behörden haben zudem Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Schleuser aufgenommen – einen Staatsbürger Bosnien-Herzegowinas, der sich ebenfalls unter polizeilicher Aufsicht im Krankenhaus befindet.

„Dieses Unglück zeigt erneut die ganze Tragik, die sich leider regelmäßig auf der Balkanroute abspielt. Zwischen Polizeigewalt auf der einen Seite und Schleppern auf der anderen sind die Menschen schutzlos eingeklemmt und haben in Zeiten der Irregularisierung jeglicher Migration kaum eine andere Wahl, als diese lebensgefährlichen Wege zu gehen. Die EU-Asylpolitik trägt eine Mitverantwortung für diese Schicksale„, stellt Petar Rosandic, Obmann der SOS Balkanroute, klar.

⇢ Diesen Sonntag: SOS Balkanroute ruft zu großer Sammelaktion in der Brunnenpassage auf

Vermisster Afghane

Parallel zu diesem Vorfall läuft in der Republika Srpska (serbische Teilrepublik Bosniens) in Bosnien-Herzegowina seit Tagen eine Suchaktion nach einem vermissten 24-jährigen Afghanen namens Muhammed. Der Agronomie-Absolvent wurde zuletzt vor zwei Wochen in der Nähe des Grenzflusses Drina gesehen. Befürchtungen, dass auch er ertrunken sein könnte, verdichten sich. „Sein Salzburger Onkel hat uns völlig verzweifelt aufgesucht. Danach hat unser Helfer Nihad alle Institutionen und Behörden alarmiert. Die Suche läuft leider seit Tagen erfolglos“, so Rosandic.

Gedenken an Verstorbene

Die Tragödien auf der Balkanroute finden auch in Österreich Beachtung: Erst kürzlich errichteten Schülerinnen des BRG Hammerlingstraße in Linz auf dem St.-Barbara-Friedhof eine Gedenkstätte für verstorbene Geflüchtete. Die Organisation SOS Balkanroute engagiert sich seit Jahren für die Würdigung der Verstorbenen und hat bereits drei Friedhöfe gestaltet sowie drei Denkmäler errichtet. „Das Sterben hört leider nicht auf und wird auch nicht aufhören, solange diese Wege von der Politik den Menschen zum Verhängnis gemacht werden“, so Rosandic.

„Zwischen Polizeigewalt auf der einen Seite und Schleppern auf der anderen sind die Menschen schutzlos eingeklemmt und haben in Zeiten der Irregularisierung jeglicher Migration kaum eine andere Wahl, als diese lebensgefährlichen Wege zu gehen“, betont Petar Rosandic von SOS Balkanroute.