In einer Schule in Diepkloof, Südafrika, wurden acht Jungen Opfer eines erschütternden Sexualverbrechens. Laut Mitteilung des Bezirks-Bildungsministeriums ereignete sich der Vorfall am 1. September. Ein Schüler der siebten Klasse verabreichte seinen Altersgenossen ein mit Drogen versetztes Getränk, das er zuvor in einem Supermarkt entwendet hatte. Nachdem die Jungen das präparierte Getränk konsumiert hatten, führte er sie zu einem erwachsenen Mann. Dieser vergewaltigte die Minderjährigen unter Androhung von Waffengewalt.
Der Fall kam ans Licht, als eines der Opfer seinen Eltern von dem Vorfall berichtete, woraufhin diese umgehend die Strafverfolgungsbehörden einschalteten. Die Polizei konnte den erwachsenen Tatverdächtigen festnehmen, der sich seitdem in Untersuchungshaft befindet. Der beschuldigte Mitschüler wurde vom Unterricht ausgeschlossen und muss sich nun einem Disziplinarverfahren stellen.
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Prävalenz von Sexualverbrechen an Schulen
Sexuelle Gewalt an südafrikanischen Schulen ist ein weitverbreitetes Problem. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 40 Prozent der Schüler unter 18 Jahren bereits Opfer einer Vergewaltigung geworden sind. Dabei werden 28 Prozent der Taten von Mitschülern und weitere 28 Prozent von Tätern außerhalb des familiären und schulischen Umfelds verübt. Diese Zahlen unterstreichen die hohe Dunkelziffer und die gesellschaftliche Dimension solcher Fälle.
Bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 2007 galt erzwungener Sex mit männlichen Jugendlichen in Südafrika nicht als Vergewaltigung, sondern wurde lediglich als unzüchtiges Verhalten geahndet. Erst seitdem werden solche Taten strafrechtlich konsequenter verfolgt, wobei die Verurteilungsrate weiterhin bei nur etwa fünf Prozent liegt.
Laufende Ermittlungen
Die Ermittlungen zur Verbindung zwischen dem Schüler und dem Erwachsenen sowie zum Tatmotiv dauern an. Für die traumatisierten Schüler und deren Familien wurden unverzüglich psychologische Betreuungsangebote eingerichtet. Zudem erhielten die Opfer umgehend medizinische Versorgung.
Matome Chiloane, Exekutivratsmitglied für Bildung, Sport, Kunst und Kultur, äußerte sich in einer offiziellen Erklärung: „Eine solche unaussprechliche Tat sollte keinem Schüler widerfahren. Wir fühlen tief mit den betroffenen Schülern und Familien mit und versichern ihnen unsere volle Unterstützung in dieser Zeit.“