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Strafvollzug

Moderne Haft für Wiener Jugendliche: Neuer Knast in Simmering

Moderne Haft für Wiener Jugendliche: Neuer Knast in Simmering
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Das Jugendgefängnis am Münnichplatz in Wien-Simmering hat nach mehrfachen Verzögerungen nun seinen vollständigen Betrieb aufgenommen, wie das Justizministerium bestätigt. Die neue Einrichtung verfügt über Kapazitäten für 72 männliche jugendliche Straftäter. Der Neubau wurde erforderlich, nachdem die Justizanstalt Gerasdorf geschlossen worden war und die Jugendabteilung in der Josefstadt an ihre Belastungsgrenzen gestoßen ist.

Im Vorfeld der offiziellen Inbetriebnahme führte Anstaltsleiterin Seada Killinger Medienvertreter durch die Räumlichkeiten des historischen Gebäudes. Das ehemalige Habsburger Jagdschloss, das später als Kaserne und Erziehungsanstalt diente, wurde umfassend saniert und umgebaut. Die Einrichtung gliedert sich in drei Abteilungen für Untersuchungshäftlinge, Strafgefangene und Maßnahme-Patienten mit insgesamt 72 Haftplätzen, wobei die Hafträume mit maximal zwei Personen belegt werden.

Aktuell sind 35 Jugendliche in der Justizanstalt Münnichplatz untergebracht. Die Belegung soll in den kommenden Wochen schrittweise erhöht werden, sodass bis spätestens Ende März alle Wiener Häftlinge zwischen 14 und 18 Jahren dort untergebracht sein werden. Dies ermöglicht die Auflösung der Jugendabteilung in der Justizanstalt Wien-Josefstadt, was zu einer Entlastung des größten Gefängnisses Österreichs beitragen wird, das regelmäßig mit Überbelegung konfrontiert ist.

Moderner Strafvollzug

Bei einer Pressekonferenz bezeichnete Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) die Einrichtung als Meilenstein, der „den Anforderungen des modernen Jugendstrafvollzugs entsprechen“ würde. Sie sprach von einem „großen Tag für den Strafvollzug“ und betonte, dass man hinsichtlich Technik, Ausstattung und Betreuungsmöglichkeiten „im 21. Jahrhundert angekommen“ sei. Sporrer unterstrich, dass es „vom ersten Tag an“ um die Reintegration und Resozialisierung der inhaftierten Jugendlichen gehe.

Mit den nun gewährleisteten Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie einer umfassenden psychosozialen Betreuung wolle man den straffällig gewordenen Jugendlichen einen „Weg in die Zukunft“ eröffnen.

Ausbildungsangebote

Trotz des aktuellen Höchststands von 168 inhaftierten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren in ganz Österreich zeigt sich das Justizministerium zuversichtlich, dass die Kapazitäten der neuen Anstalt ausreichen werden. Auf der Pressekonferenz hieß es, die Kapazitäten seien „sehr weise und vorausschauend“ bemessen worden. Die Konzeption und Umsetzung des Jugendgefängnisses basiert auf Empfehlungen einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe „Standards Jugendvollzug“, die auch Vorschläge der Volksanwaltschaft berücksichtigte.

Der Schwerpunkt liegt auf Ausbildungs-, Therapie- und Beschäftigungskonzepten. Die jungen Inhaftierten haben die Möglichkeit, eine Lehre in verschiedenen Handwerksberufen wie Bäcker, Maler, Tischler, Maurer, Schlosser oder Spengler zu absolvieren.

Neben entsprechenden Werkstätten stehen Klassenräume für den Pflichtschulabschluss sowie eine Kreativwerkstatt zur Berufsfindung und -vorbereitung zur Verfügung.

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KO KOSMO-Redaktion
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