Während IT-Experten und Ärzte die Gehaltsrangliste anführen, bleibt die Kluft zwischen Männern und Frauen mit über 16 Prozent beträchtlich.
Österreicher verdienen durchschnittlich 51.185 Euro brutto im Jahr, wie aus 91.474 anonymen Nutzerangaben der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu hervorgeht. Dabei zeigt sich eine deutliche Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern: Während Männer auf 54.424 Euro kommen, erreichen Frauen im Schnitt 45.699 Euro – ein Unterschied von 16,03 Prozent zugunsten der männlichen Arbeitnehmer.
Die Technologiebranche führt die Gehaltsliste an. Mit einem Durchschnittseinkommen von 62.673 Euro jährlich liegt der IT-Sektor an der Spitze und konnte seinen Vorjahreswert von 58.919 Euro noch steigern. Dahinter folgen das Bankwesen mit 58.660 Euro und der Energiesektor mit 58.231 Euro Jahresgehalt. Die vorderen Plätze komplettieren nun Forschung und Entwicklung (57.695 Euro) sowie Maschinenbau (56.699 Euro), die die Vorjahresfinalisten Medizin/Pharma und Beratung/Consulting aus den Top 5 verdrängten.
Spitzenverdiener
Trotz der Spitzenposition der IT-Branche insgesamt sind es die Ärzte, die mit einem Jahresgehalt von 95.224 Euro das Berufsranking anführen. Softwarearchitekten folgen mit 82.561 Euro auf dem zweiten Platz. Die weiteren Spitzenpositionen belegen Manager (77.024 Euro), Product Owner (73.965 Euro) und Key Account Manager (72.634 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr, als Professoren mit 90.027 Euro die bestbezahlte Berufsgruppe stellten, hat sich die Rangfolge deutlich verändert.
Bei den Bundesländern sichert sich Wien mit einem Durchschnittsgehalt von 53.293 Euro den ersten Platz, gefolgt von Vorarlberg (52.740 Euro) und Oberösterreich (51.461 Euro). Salzburg liegt mit 49.891 Euro bereits unter der 50.000-Euro-Marke. Im Städtevergleich muss sich die Bundeshauptstadt jedoch knapp geschlagen geben: In Linz beträgt das Durchschnittsgehalt 53.330 Euro – 37 Euro mehr als in Wien. Dahinter reihen sich Villach (51.905 Euro), Graz (51.817 Euro) und Salzburg (51.179 Euro) ein.
Erfahrung zählt
Berufserfahrung und Führungsverantwortung wirken sich erheblich auf die Gehaltshöhe aus. Berufsanfänger mit maximal drei Jahren Erfahrung verdienen durchschnittlich 43.456 Euro. Mit drei bis sechs Jahren steigt das Gehalt auf 49.633 Euro, mit sechs bis zehn Jahren auf 54.812 Euro und mit mehr als zehn Jahren auf 61.815 Euro. Den stärksten Gehaltszuwachs über diesen Zeitraum verzeichnet das Bankwesen mit 41 Prozent – von 45.122 Euro auf 63.599 Euro.
Für Berufseinsteiger bieten Forschung und Entwicklung (50.190 Euro), IT (49.899 Euro), Maschinenbau (48.982 Euro), Energie (48.396 Euro) und Industrie (48.174 Euro) die attraktivsten Einstiegsgehälter.
Personalverantwortung zahlt sich besonders im Bankensektor aus, wo sie einen Gehaltssprung von 58 Prozent ermöglicht – von 54.212 Euro auf 85.623 Euro. Branchenübergreifend führt Führungsverantwortung zu einem durchschnittlichen Einkommenszuwachs von 27 Prozent (von 48.247 Euro ohne auf 61.198 Euro mit Personalverantwortung).
Die geschlechtsspezifische Gehaltslücke bleibt weiterhin ausgeprägt. Unabhängig von Führungsposition oder Berufserfahrung verdienen Frauen durchschnittlich 16,03 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – konkret 45.699 Euro im Vergleich zu 54.424 Euro bei Männern.
Kununu hat bislang über 15 Millionen Erfahrungsberichte gesammelt, wovon mehr als fünf Millionen Gehaltsangaben enthalten.
Dario Wilding, Head of External Communications bei Kununu, betont die anhaltende Bedeutung des Faktors Gehalt: „Das wichtigste Kriterium für die Jobwahl ist nach wie vor der zu erwartende Lohn.“