Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Technikgeschichte

Harald Blauzahn: Der Mann, der die Welt kabellos machte

Harald Blauzahn: Der Mann, der die Welt kabellos machte
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Wikingerkönig aus dem 10. Jahrhundert steckt in jedem Smartphone – und kaum jemand weiß, wer dahintersteckt.

Ein Wikingerkönig, der im 10. Jahrhundert über Dänemark herrschte, lebt bis heute in einem der bekanntesten Technologienamen der Welt weiter: Bluetooth verdankt seinen Namen Harald Gormsson – besser bekannt als Harald Blauzahn.

Harald regierte Dänemark im 10. Jahrhundert und gilt als eine der prägendsten Figuren der nordischen Geschichte. Er einte die zerstrittenen dänischen Stämme, schloss Norwegen in seinen Machtbereich ein und führte das Christentum im Norden ein. Um das Jahr 965 ließ er sich taufen – ein Schritt, der nicht nur religiöse, sondern auch politische Signalwirkung hatte.

Haralds Erbe

Sein bekanntestes Vermächtnis sind die Runensteine von Jelling, die er in Auftrag gab. Der größere der beiden Steine gilt als eine Art steinernes Manifest: Er dokumentiert Haralds Herrschaft, seine Siege und die Bekehrung der Dänen zum christlichen Glauben. Ein älterer Stein am selben Ort erinnert an seine Mutter. Seit 1994 zählen die Denkmäler von Jelling zum UNESCO-Welterbe. Adam Bak, Kurator des Museums Kongernes Jelling, beschreibt den König mit einem Augenzwinkern so: „Harald liebte es zu prahlen.“

Name mit Geschichte

Was verbindet nun einen mittelalterlichen Wikingerkönig mit kabelloser Datenübertragung? Die Antwort liegt im Jahr 1996, als der Intel-Ingenieur Jim Kardach einen Arbeitstitel für eine neue Technologie suchte, die Geräte verschiedener Hersteller drahtlos miteinander verbinden sollte. Kardach, ein begeisterter Leser historischer Literatur, stieß in dieser Zeit auf die Geschichte Haralds und war fasziniert von dessen Fähigkeit, verfeindete Lager zu einen.

Die Parallele war naheliegend: So wie Harald Blauzahn einst Völker zusammenführte, sollte die neue Technologie Geräte verbinden. Der Name Bluetooth war geboren – zunächst als vorläufige Bezeichnung, die jedoch nie wieder abgelegt wurde. Auch das heute weltweit bekannte Logo trägt Haralds Handschrift: Es kombiniert die Runen für die Buchstaben H und B, die Initialen des Königs.

Heute ist Bluetooth aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – von Kopfhörern über Tastaturen bis hin zu medizinischen Geräten. Zum 25-jährigen Jubiläum der Technologie im Jahr 2023 reisten Ingenieure und Beteiligte der frühen Entwicklungsphase eigens nach Jelling, um das Museum Kongernes Jelling zu besuchen und die ungewöhnliche Verbindung zwischen einem Wikingerkönig und moderner Technik zu würdigen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen