Seit der Kaiserzeit sind sie ein Teil Österreichs – nun droht dem Sika-Wild das Aus. Wien kämpft in Brüssel um eine Ausnahme.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hat am Mittwoch einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung bei der Europäischen Union eingereicht, um die drohende Ausrottung des Sika-Wilds in Österreich abzuwenden. Mit diesem Schritt will er verhindern, dass die von der EU angeordnete Tötung der Tiere tatsächlich vollzogen wird.
Sika-Wild ist seit der Kaiserzeit in Österreich heimisch. Im Juni dieses Jahres stufte die EU die Art jedoch als bioinvasiv ein – eine Entscheidung, die seit dem 7. August rechtlich wirksam ist. Den betroffenen Betrieben bleibt damit nur bis August 2027 Zeit, bevor die vollständige Beseitigung des Bestands verpflichtend wird. Ursprünglich in Ostasien beheimatet, gelangte das Tier im 19. Jahrhundert nach Europa und hat sich seither als fester Bestandteil zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe etabliert.
Millionenschaden droht
Von der EU-Regelung wären österreichweit 203 Betriebe unmittelbar betroffen. Der daraus resultierende wirtschaftliche Schaden wird auf rund 16 Millionen Euro geschätzt. Totschnig machte seine Position klar: „Wir setzen uns für Rechtssicherheit für die betroffenen Familienbetriebe, für regionale Wertschöpfung und für den Erhalt dieses wichtigen Betriebszweigs ein.“ Der eingereichte Antrag zielt darauf ab, die Haltung von Sika-Wild auch künftig zu ermöglichen.
EU entscheidet
Die Entscheidung liegt nun bei der EU. Grundsätzlich ist eine Antwort innerhalb von 60 Tagen vorgesehen, allerdings sind Verzögerungen nicht ausgeschlossen.
Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft geht daher davon aus, dass ein Ergebnis realistischerweise erst gegen Jahresende vorliegen wird.