Auf einer der abgelegensten Inselgruppen der Welt wurde eine Entdeckung gemacht, die Biologen seit einem Jahrhundert nicht mehr gelang.
Ein internationales Forschungsteam hat auf den Kerguelen-Inseln eine neue Pinguinart identifiziert und damit erstmals seit einem Jahrhundert die Klassifikation dieser Tiergruppe erweitert.
Die Studie, die von chilenischen Biologen geleitet und im Fachjournal „Communications Biology“ veröffentlicht wurde, belegt auf genetischer Grundlage, dass es insgesamt vier selbständige Arten der Eselspinguine gibt. Neben den bislang bekannten Vertretern zählt dazu nun der südöstliche Eselspinguin, wissenschaftlich als Pygoscelis kerguelensis beschrieben.
Genetische Analyse
Grundlage der Untersuchung war die genetische Analyse von 64 Individuen aus zehn verschiedenen Brutkolonien, ergänzt durch die Auswertung körperlicher Merkmale und Verhaltensweisen. Die nördlichen, südlichen und östlichen Eselspinguine gelten auf Basis dieser Ergebnisse ebenfalls als selbständige Arten. Äußerlich sind die Unterschiede zwischen den Populationen zwar kaum wahrnehmbar – „genetisch unterscheidet sich die Art jedoch eindeutig“, wie die Forscher festhalten.
Kerguelen-Inseln
Der südöstliche Eselspinguin ist auf den Kerguelen-Inseln heimisch, einer abgelegenen Inselgruppe im südlichen Indischen Ozean, die auch unter dem Namen „Inseln der Trostlosigkeit“ bekannt ist und einst von James Cook erkundet wurde. Da Eselspinguine jedes Jahr dieselben Brutkolonien aufsuchen, bildeten sich im Laufe der Zeit populationsspezifische Muster heraus: „Dadurch entwickelten die Populationen auf abgelegenen Inseln Verhaltensweisen und ökologische Anpassungen an ihre jeweilige Umgebung.“