Brandstiftung, Waffen und über 220.000 Euro Fördergelder – ein Landwirt aus Zadar steht im Zentrum eines brisanten Ermittlungsverfahrens.
Daniel Stegnjaic – der seit 2017 einen landwirtschaftlichen Betrieb führt und nun im Verdacht steht, Brände gelegt zu haben – hat in den vergangenen neun Jahren öffentliche Förderungen im Gesamtumfang von mehr als 220.000 Euro erhalten. Das geht aus Daten hervor, die die Agentur für Zahlungen in der Landwirtschaft, Fischerei und ländlichen Entwicklung auf Anfrage übermittelt hat.
Die Auszahlungen begannen im Jahr 2017 mit 18.668,80 Euro aus verschiedenen Förderprogrammen. 2018 folgte ein Betrag von 7.544,07 Euro, ehe die Summe 2019 auf 24.188,83 Euro anstieg. Den bis dahin höchsten Jahresbetrag verzeichnete das Jahr 2020 mit 30.037,82 Euro. Für 2021 sind Beihilfen vermerkt, ein ausgewiesener Gesamtbetrag liegt jedoch nicht vor. 2022 wurden 19.640,64 Euro ausgezahlt, 2023 stieg die Summe auf 37.227,59 Euro. In den Jahren 2024 und 2025 erhielt Stegnjaic 23.705,63 beziehungsweise 18.983,28 Euro. Im laufenden Jahr 2026 wurden bislang weitere 7.465 Euro überwiesen.
Vier Festgenommene
Stegnjaic ist nicht der einzige Verdächtige in dem Fall. Gemeinsam mit ihm wurde auch Vladimir Cupic festgenommen, der mit der Affäre „Crno brdo“ (Schwarzer Berg) in Verbindung gebracht wird. Die Polizei wirft den beiden sowie zwei weiteren Personen vor, an insgesamt zehn Orten im Bezirk Zadar Brände gelegt zu haben.
Aufgegriffen wurden die vier Männer an einem Samstag in einem Fahrzeug mit Zadarer Kennzeichen, nachdem Bürgerinnen und Bürger Feuer im weiteren Umland von Benkovac gemeldet hatten. Bei der anschließenden Durchsuchung von Fahrzeug und Wohnung stellten die Ermittler bei zwei der Männer ein halbautomatisches Gewehr, eine Pistole sowie Munition sicher. Der Untersuchungsrichter des Bezirksgerichts Zadar, Hrvoje Viskovic, ordnete am darauffolgenden Montag für alle vier einmonatige Untersuchungshaft an.
Die Staatsanwaltschaft legt ihnen eine schwere Straftat gegen die allgemeine Sicherheit zur Last, die mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren geahndet werden kann. Als Haftgrund gilt bei allen Verdächtigen die Wiederholungsgefahr; bei dreien kommt die Gefahr der Zeugenbeeinflusssung hinzu, bei einem weiteren auch Fluchtgefahr – dieser besitzt neben der kroatischen auch die serbische Staatsbürgerschaft.
Ungeklärtes Motiv
Das Motiv für die Brandstiftungen ist bislang ungeklärt. Richter Viskovic betonte, dass sich alle Verdächtigen aktiv verteidigt hätten. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge wurden die Brände durch das Anzünden von trockenem Straßenrandgras ausgelöst, was laut Viskovic auf vorsätzliches Handeln hindeutet.
Sichergestellte Mobiltelefone werden derzeit ausgewertet; die weiteren Ermittlungsschritte hängen von den dabei gewonnenen Erkenntnissen ab. „An all diesen Orten muss zunächst die Brandentstehung analysiert werden“, erläuterte Viskovic. „Wenn feststeht, wodurch das Feuer ausgebrochen ist, muss die Kleidung der Verdächtigen untersucht werden – es gilt zu prüfen, ob sich Spuren brennbarer Stoffe darauf befinden.“
Bislang hätten die Festgenommenen zugegeben, gezündelt zu haben – mit Feuerzeugen, wie sie angaben. Mehr liege derzeit nicht vor.