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Österreich

Neue Killer-Zecken: Forscher entdecken tödliche Bakterien

Neue Killer-Zecken: Forscher entdecken tödliche Bakterien
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Eine neue Bedrohung kriecht durch Österreichs Wälder: Die eingeschleppte Riesenzecke Hyalomma marginatum trägt gefährliche Bakterien in sich, die tödlich enden können.

Im Rahmen eines landesweiten Zeckenmonitorings hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine beunruhigende Entdeckung gemacht: Die nach Österreich eingeschleppte Zeckenart „Hyalomma marginatum“ bringt eine neue Gefahr für die Gesundheit mit sich. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis eines Citizen-Science-Projekts, bei dem Bürger aktiv zur Forschung beitragen können, indem sie Zecken sammeln und einsenden. Seit Beginn des Programms Anfang 2024 wurden bereits 1.420 Exemplare aus allen Bundesländern an die AGES übermittelt.

Die Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der eingesandten Zecken mindestens einen Krankheitserreger in sich trägt. Besonders häufig wurden Borrelien nachgewiesen. Diese Erreger der Lyme-Borreliose fanden sich in 20 Prozent aller untersuchten Zecken, wobei der Gemeine Holzbock (I. ricinus) mit 23 Prozent eine besonders hohe Infektionsrate aufwies. Die Lyme-Borreliose kann verschiedene Organe befallen, manifestiert sich jedoch vorwiegend an der Haut und wird antibiotisch behandelt. Ein Impfstoff gegen diese Erkrankung existiert derzeit nicht.

Heimische Zeckenarten

In Österreich sind bislang 18 heimische Zeckenarten dokumentiert worden. Die AGES-Erhebung bestätigt den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) als dominante Art. An zweiter Stelle folgen Zecken der Gattung Dermacentor. Zusätzlich wurden die Arten Haemaphysalis concinna und Argas reflexus identifiziert sowie mehrere Exemplare der als Riesenzecke bekannten Hyalomma marginatum.

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Gefährliche Rickettsien

Von elf gefundenen Riesenzecken konnten acht exemplarisch untersucht werden. Während alle Tests auf das gefürchtete Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus negativ ausfielen, wurden in drei Hyalomma-Zecken Rickettsien nachgewiesen. Diese Bakterien können fieberhafte Infektionen verursachen, die unbehandelt eine Sterblichkeitsrate von 40 Prozent aufweisen. Gegen Rickettiosen gibt es keine Impfung, jedoch ist eine Behandlung mit dem Antibiotikum Doxycyclin möglich.

Das nationale Zeckenmonitoring wurde ins Leben gerufen, um klimawandelbedingte Veränderungen bei durch Insektenstiche übertragenen Krankheiten besser zu erfassen.

In Österreich zählen FSME und Lyme-Borreliose zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen.

Verbreitung und Prävention

Im Jahr 2024 wurden in Österreich bislang insgesamt elf Funde der Hyalomma marginatum amtlich bestätigt. Die meisten Nachweise stehen im direkten Zusammenhang mit Reisen in den Balkanraum, besonders nach Kroatien. Besorgniserregend ist dabei die neue Erkenntnis, dass erwachsene Zecken mittlerweile auch direkt durch Autos von Urlaubern nach Wien und andere Bundesländer gelangen können, was das Risiko einer dauerhaften Ansiedlung erhöht.

Die AGES empfiehlt daher, Fahrzeuge nach der Rückkehr aus südlichen Regionen gezielt auf Zecken zu kontrollieren. Verdachtsfälle sollten zur Untersuchung eingesendet werden, um die weitere Ausbreitung zu überwachen und das öffentliche Gesundheitsbewusstsein zu stärken. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da die Hyalomma-Zecke im Gegensatz zum heimischen Holzbock aktiv auf ihre Wirte zuläuft und Menschen über mehrere Meter verfolgen kann.

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KO KOSMO-Redaktion
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