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Zuwanderung

Österreichs Bevölkerung im Wandel: 4 von 10 Einwohnern im Ausland geboren

Österreichs Bevölkerung im Wandel: 4 von 10 Einwohnern im Ausland geboren
FOTO: iStock/Gerold Grotelueschen
4 Min. Lesezeit |

Die demografische Landkarte Österreichs verändert sich: Fast jeder vierte Einwohner wurde im Ausland geboren, in Wien sogar vier von zehn Menschen.

In Österreich leben aktuell rund 2,085 Millionen Menschen, die im Ausland geboren wurden. Dies entspricht laut den neuesten Erhebungen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) 22,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Nahezu jeder vierte Einwohner der Alpenrepublik hat demnach seine Wurzeln außerhalb Österreichs. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in Wien, wo der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung mit 40,9 Prozent am höchsten liegt. Zu Jahresbeginn 2025 lebten in der Bundeshauptstadt fast 829.800 Personen mit ausländischem Geburtsort.

In den vergangenen zehn Jahren stieg dieser Anteil in Wien um 7,8 Prozentpunkte. Nach der Hauptstadt weisen Vorarlberg mit 23,6 Prozent und Salzburg mit 22 Prozent die höchsten Anteile auf. Das Burgenland verzeichnet mit 13,7 Prozent den geringsten Wert. Im Zehnjahresvergleich zeigten die Steiermark (+49,7%), Oberösterreich (+43,7%), das Burgenland (+42,5%) und Kärnten (+41,8%) den stärksten Zuwachs an Personen mit ausländischem Geburtsort. Die geringsten Steigerungsraten wurden in Salzburg (+36,8%) und Vorarlberg (+36,1%) registriert.

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Herkunft und Wanderung

Seit dem Jahr 2015, als Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre bekannte Aussage „Wir schaffen das“ tätigte, ist der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Österreich um 5,4 Prozentpunkte angewachsen. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen stammen aus Deutschland (270.500 Personen), Bosnien und Herzegowina (179.800) und der Türkei (166.800). Im Jahr 2024 zogen etwa 178.600 Personen aus dem Ausland nach Österreich (2023: 195.000), während rund 128.500 Menschen ins Ausland abwanderten (2023: 128.300).

Deutsche Staatsangehörige bildeten mit knapp 19.400 Zuzügen die größte Gruppe, gefolgt von Menschen aus der Ukraine (16.800), Rumänien (16.100) und Ungarn (13.100).

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Im österreichischen Bildungssystem hatten im Schuljahr 2023/24 insgesamt 26,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine andere Erstsprache als Deutsch. Dies bedeutet einen Anstieg von 5,1 Prozentpunkten gegenüber dem Schuljahr 2013/14. Die Verteilung dieser Schülergruppe unterscheidet sich jedoch erheblich je nach Schultyp. In Sonderschulen lag ihr Anteil bei 44,1 Prozent, in Polytechnischen Schulen bei 40,0 Prozent.

Auch Neue Mittelschulen (NMS) wiesen mit 34,6 Prozent einen überdurchschnittlichen Anteil auf. Deutlich niedriger fiel der Prozentsatz in allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) mit 20,1 Prozent und in berufsbildenden höheren Schulen (BHS) mit 17,4 Prozent aus. Den geringsten Anteil verzeichneten Berufsschulen mit 11,3 Prozent. Regional betrachtet war der Anteil in Wien mit 50 Prozent am höchsten, während Kärnten mit rund 17 Prozent den niedrigsten Wert aufwies.

Arbeitsmarkt und Geburtenrate

Die Arbeitslosenquote in Österreich belief sich 2024 auf 7,0 Prozent und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,6 Prozentpunkte. „Nach wie vor sind Ausländer häufiger arbeitslos als Inländer“, stellt der ÖIF fest. Bei österreichischen Staatsbürgern erhöhte sich die Arbeitslosenquote 2024 auf 5,7 Prozent, während sie bei ausländischen Staatsangehörigen 10,6 Prozent erreichte. Diese Diskrepanz tritt besonders deutlich in Wien und Kärnten zutage.

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Österreich lag 2024 bei 1,31 und damit erheblich unter dem Wert von 2014 (1,46). Frauen mit österreichischem Geburtsort brachten durchschnittlich 1,22 Kinder zur Welt, während im Ausland geborene Frauen mit 1,57 Kindern eine höhere Geburtenrate aufwiesen – allerdings ebenfalls mit rückläufiger Tendenz (2014: 1,85).

Besonders hohe Geburtenzahlen wurden bei Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak mit durchschnittlich 3,30 Kindern verzeichnet. Frauen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens hatten mit 1,94 Kindern ebenfalls eine überdurchschnittliche Kinderzahl, gefolgt von Frauen aus der Türkei mit durchschnittlich 1,80 Kindern. Deutlich unter dem Durchschnitt lagen Frauen aus EU-Staaten, die nach 2004 beigetreten sind, mit 1,29 Kindern sowie Frauen aus „alten“ EU-Mitgliedstaaten mit 1,10 Kindern.

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt kontinuierlich statistische Daten zu Migration und Asyl bereit.

Jährlich veröffentlicht der ÖIF die Informationsbroschüre „Bundesländer“, die aktuelle Zahlen und Informationen zu Herkunft und Migrationsbewegungen von Flüchtlingen und Migranten sowie zu den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Sprache in allen neun österreichischen Bundesländern kompakt und übersichtlich darstellt.

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KO KOSMO-Redaktion
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