Smartphone mit zwölf, Social-Media-Account mit zehn – Österreichs Kinder sind längst online. Doch was Eltern dazu sagen, überrascht.
Laut einer Umfrage des Tarifvergleichsportals Durchblicker, für die mehr als 1.300 Eltern befragt wurden, besitzen 59 Prozent der Kinder unter 14 Jahren in Österreich ein eigenes Smartphone. Rund sechs von zehn dieser jungen Nutzerinnen und Nutzer verfügen bereits über ein Konto in sozialen Netzwerken. YouTube ist mit einem Anteil von 30 Prozent die meistgenutzte Plattform in dieser Altersgruppe, während Instagram, TikTok und Snapchat jeweils von 16 Prozent der Kinder genutzt werden.
Martin Zwickl, Mobilfunkexperte bei Durchblicker, hält dazu fest: „Eltern bestätigen, dass auch soziale Plattformen schon früh dazugehören.“
Eltern unter Druck
Ein erheblicher Teil der befragten Eltern gibt an, sich durch die weite Verbreitung sozialer Medien unter Kindern einem sozialen Erwartungsdruck ausgesetzt zu fühlen. Gleichzeitig sprechen sich 86 Prozent der Befragten für ein gesetzliches Verbot der Social-Media-Nutzung für Kinder unter 14 Jahren aus. Die entsprechende Regelung soll mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten, wobei reine Kommunikationsdienste wie WhatsApp von diesem Verbot ausgenommen sind.
Die Bundesregierung hat den Gesetzesentwurf am 27. Juli 2026 in Begutachtung geschickt. Das Verbot gilt insbesondere für Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube und Snapchat. Der Entwurf sieht vor, dass Social-Media- und Video-Sharing-Plattformen verpflichtende technische Systeme zur Online-Altersverifikation einsetzen müssen. Sehr großen Plattformen drohen bei Verstößen Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Zwickl kommentiert die Situation so: „Die Diskrepanz zwischen der hohen Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen und dem Wunsch nach einer Altersgrenze zeigt das Dilemma, in dem sich viele Eltern befinden.“
Digitale Kontrollmaßnahmen
Da das Gesetz noch nicht gilt, greifen viele Eltern bereits heute auf digitale Kontrollmechanismen zurück. 55 Prozent setzen Family- oder Kinderschutz-Apps ein, 48 Prozent schränken die tägliche Bildschirmzeit ihrer Kinder ein, und 41 Prozent verlangen eine Bestätigung, bevor neue Apps heruntergeladen werden können. Lediglich vier Prozent der Befragten verzichten gänzlich auf derartige Maßnahmen.
Zwickl sieht in einer einheitlichen gesetzlichen Grundlage einen wesentlichen Vorteil für die praktische Umsetzung: „Gibt es gleiche Rahmenbedingungen für alle, fällt die Umsetzung leichter.“