Wien-Hietzing steht vor einem massiven Wandel: Ein Milliardenprojekt verändert Infrastruktur, Stadtbild und Alltag der Anwohner.
Ort des Geschehens
Mit einem offiziellen Spatenstich in Wien-Hietzing fiel am Freitag der Startschuss für eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten. Planungsstadträtin Ulli Sima, Infrastrukturminister Peter Hanke und ÖBB-Chef Andreas Matthä leiteten gemeinsam die Attraktivierung der Verbindungsbahn ein.
Die eigentlichen Hauptarbeiten sollen im September 2026 aufgenommen werden – zunächst im Nordabschnitt zwischen Wien-Hütteldorf und der Schrutkagasse. Für diesen Bauabschnitt Nord ist ein Zeitraum bis Mitte 2030 vorgesehen. Langfristiges Ziel ist eine deutlich leistungsfähigere Strecke, unter anderem durch einen 15-Minuten-Takt der S 80 sowie den Bau neuer Haltestellen in Wien-Hietzing.
Neue Haltestellen
Im Zuge des Projekts sind in Wien-Hietzing zwei zusätzliche Haltestellen vorgesehen, die bestehende Station Speising wird modernisiert. Im ersten Bauabschnitt entsteht zunächst die Haltestelle Hietzinger Hauptstraße, die Ende 2029 in Betrieb gehen soll. Zwischen dem Wiental und der Beckgasse ist zudem geplant, die Bahntrasse auf einem Teilstück in Hochlage zu führen.
Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 511,5 Millionen Euro. Für Wien wird ein Beitrag zum Bruttoregionalprodukt von 248,5 Millionen Euro erwartet, für ganz Österreich ein BIP-Effekt von 402,9 Millionen Euro. Darüber hinaus sollen durch das Vorhaben etwa 2.270 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.
Wirtschaft & Anrainer
Die Wirtschaftskammer Wien sieht im Ausbau einen wesentlichen Faktor für die Standortattraktivität und die Erreichbarkeit ansässiger Betriebe. WK-Wien-Präsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits betonte: „Eine leistungsfähige Stadt braucht eine leistungsfähige Infrastruktur. Gute Erreichbarkeit ist für Betriebe heute ein entscheidender Standortfaktor, für Kunden genauso wie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“
Die Bezirksvorsteherin von Wien-Hietzing, Johanna Zinkl, machte deutlich, dass sie die Einhaltung aller Schutzauflagen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Umwelt einfordern werde: „Als Bezirksvorsteherin ist es meine Pflicht, die Interessen der Hietzingerinnen und Hietzinger zu vertreten und die Einhaltung der Auflagen zum Schutz der Anrainerinnen und Anrainer und der Umwelt einzufordern.“ Der Ausbau wird weitreichende Veränderungen bei Bahnquerungen und Verkehrswegen mit sich bringen und könnte auch eine Kleingartensiedlung in der betroffenen Zone berühren.