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Stilldebatte

Mutter stillt Baby – Wirt schickt sie weg

Mutter stillt Baby – Wirt schickt sie weg
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Eine Mutter stillt ihr Baby – und erntet dafür gleich zweimal offene Ablehnung. Dahinter steckt mehr als ein Einzelfall.

Eine 30-jährige Mutter aus der Steiermark ist beim Stillen ihres Babys gleich bei zwei gesellschaftlichen Anlässen auf offene Ablehnung gestoßen. Die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf eine Debatte, die in Österreich längst nicht abgeschlossen ist: Wie viel Akzeptanz bringt die Gesellschaft stillenden Müttern im öffentlichen Raum tatsächlich entgegen?

Zwei Vorfälle

Der erste Zwischenfall ereignete sich auf einer Hochzeitsfeier, wo der Wirt die Mutter bat, zum Stillen in ein separates Zimmer zu wechseln. Da ihn der Anblick sichtlich gestört habe, soll er die Frau gefragt haben, ob sie dazu nicht in ein Zimmer gehen wollte. Die Mutter lehnte ab – eine Entscheidung, die zur offenen Konfrontation führte.

Einige Monate später wiederholte sich eine vergleichbare Situation bei einer Beerdigung, wo eine ihr unbekannte Frau das Stillen kommentierte und das Kind als zu alt dafür bezeichnete.

Rechtslage & Kritik

Die Betroffene betonte gegenüber ihren Kritikern, dass beim Stillen nichts von ihrer Brust zu sehen gewesen sei. Trotzdem könne es nicht sein, dass das Stillen eines Babys so sexualisiert werde. Juristisch bewegt sie sich dabei auf gesichertem Boden: Öffentliches Stillen ist in Österreich weder verboten noch stellt es ein öffentliches Ärgernis dar.

Eine diplomierte Kinderkrankenschwester aus Graz, die den Fall einordnet, sieht das eigentliche Problem woanders: Viele Frauen würden Kritik ernten, wenn sie ihr Kind stillen oder eben nicht. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark schlägt in dieselbe Kerbe und verweist auf strukturelle Widerstände: Bei der Stillthematik gebe es leider eine gefährliche Abwehrhaltung in der Gesellschaft.

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KO KOSMO-Redaktion
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