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Energiepolitik

Orbans Atomdeal mit Putin: Washington gibt grünes Licht für Milliarden-Projekt

Viktor Orban
(FOTO: EPA/OLIVIER MATTHYS)

Das amerikanische Finanzministerium hat grünes Licht für Transaktionen mit russischen Banken gegeben, um die Erweiterung des ungarischen Atomkraftwerks Paks zu finanzieren. Die am Freitag veröffentlichte Genehmigung umfasst bedeutende russische Finanzinstitute wie die Zentralbank, Gazprombank, VEB, Sberbank und VTB.

Diese Entscheidung folgt auf eine bereits Ende Juni vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) erteilte “allgemeine Genehmigung” für bestimmte Transaktionen im Bereich der zivilen Kernenergie, die ursprünglich bis zum 19. Dezember dieses Jahres befristet war.

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hatte die Aufhebung der Sanktionen für das Paks-Erweiterungsprojekt bereits Anfang des Monats angekündigt. US-Außenminister Marco Rubio stellte später klar, dass die Genehmigungen für die Finanzierung von Paks 2 unbefristet gelten werden. “Unser Ziel ist, dass Ungarn den Bau abschließen kann, um energieunabhängig zu werden”, erläuterte Rubio laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

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Reaktor-Erweiterung

Die Erweiterungspläne für das Kernkraftwerk sehen den Bau zweier VVER-Reaktoren (Wasser-Wasser-Energiereaktor) mit einer Leistung von jeweils 1,2 Gigawatt vor. Den Zuschlag erhielt 2014 die Nizhny Novgorod Engineering, eine Tochtergesellschaft des russischen Staatskonzerns Rosatom. Vor etwa zwei Wochen unterzeichneten die ungarische MVM Group und der amerikanische Nukleartechnologie-Konzern Westinghouse Electric Company zudem eine Vereinbarung über Brennstofflieferungen.

Diversifizierte Versorgung

Ab 2028 wird Westinghouse in Europa produzierten Kernbrennstoff für die VVER-Reaktoren in Paks an MVM liefern. “Mit einer diversifizierten Brennstoffbeschaffung reduzieren wir externe Abhängigkeiten und sichern Vorhersehbarkeit sowie bezahlbare Energiepreise für Familien und Unternehmen”, betonte MVM-Geschäftsführer Karoly Matrai bei der Vertragsunterzeichnung.

Tarik Choho, Leiter der Westinghouse-Abteilung für Kernbrennstoffhandel, hob hervor, dass sein Unternehmen mit diesem Abkommen nun sämtliche europäischen Kernkraftwerke mit VVER-Reaktoren beliefere.

Westinghouse habe bereits Geschäftsbeziehungen zu Kernkraftwerken in Tschechien, der Slowakei, Bulgarien und Finnland aufgebaut, wie der Leiter der ungarischen Gruppe erklärte.