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WIEN-HIETZING

Pensionsabschied im Spital: 14 Mitarbeiterinnen wurden danach entlassen

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(FOTO: iStock, Google-Maps-Screenshot)

Die Arbeitskollegin ging in Pension. Das ganze Personal hat sich von ihr verabschiedet. Mit Sekt, Soft-Drinks und Häppchen vollendeten sie den letzten Dienst. Genau diejenigen wurden danach gekündigt! In „Corona-Zeiten“ in einem Spital ohne Mundschutz „feiern“, da gebe es „null Toleranz“.

Der Krankenanstaltenverbund KAV reagierte sehr streng: 14 Mitarbeiterinnen wurden fristlos gekündigt – und sie klagten dagegen im Wiener Arbeits- und Sozialgericht. Deren Anwalt Anton Ehm betont auf eine erlaubte Arbeitspause, in der Frauen essen und alkoholfrei trinken können. Das taten sie auch: „Sie dafür zu entlassen ist überzogen.“

„Null Verständnis und Toleranz“:
Anwalt Dieter Kieslinger vertritt den KAV: „Es wurde ohne Masken in einem Zimmer gefeiert, Wange an Wange, ohne Abstand. Und das auf einer onkologischen Station. Dafür gibt es null Verständnis und Toleranz.“ Weiteres sind die Bilder in den sozialen Netzwerken gelandet. Eine Krankenschwester soll das Foto geschossen haben. Gegen sie gibt es einen „Auflösungsvorbehalt“. Denn die Krankenschwester will nur am Hinweg zu einem Patienten am „Feierzimmer“ vorbeigekommen sein.

Das gefeuerte Personal verteidigt sich, dass sie entweder getestet gewesen seien beziehungsweise ohnehin schon geimpft seien. Gestern startete der Prozess mit der ersten Klägerin, die eine Wiedereinstellung verlangt. Im Juni wird der Prozess fortgesetzt.

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