Die von ÖVP und NEOS am Freitag präsentierte „größte Pensionsreform seit 20 Jahren“ stößt bei Experten auf gemischte Resonanz. Das Reformpaket, das Verschärfungen bei der Korridorpension (Frühpensionsmodell mit Abschlägen) und die Aliquotierung (anteilige Berechnung) der ersten Pensionsanpassung umfasst, befindet sich bereits in der Begutachtungsphase. Für Juli ist die parlamentarische Beschlussfassung einer Teilpension vorgesehen. Fachleute begrüßen die Reformansätze grundsätzlich, äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Zielerreichung.
IHS-Direktor (Institut für Höhere Studien) Holger Bonin hob im Ö1-Morgenjournal vom Samstag hervor, dass die Regierung Maßnahmen konzipiert habe, die rasch zur Anhebung des faktischen Pensionseintrittsalters beitragen könnten. Auch Christine Mayrhuber, WIFO-Vizedirektorin und Vorsitzende der Alterssicherungskommission, spricht von einem umfassenden Reformansatz. Sie betont jedoch die Notwendigkeit, dass Unternehmen die höheren Altersgrenzen akzeptieren und Beschäftigte bis zum regulären Pensionsantritt im Erwerbsleben halten.
⇢ Pensions-Knaller: DAS ändert sich jetzt!
Konkret sieht der Regierungsplan vor, ab Jänner 2026 das Mindestalter für die Korridorpension schrittweise von 62 auf 63 Jahre anzuheben und die erforderlichen Versicherungsjahre von 40 auf 42 zu erhöhen. Die jährlichen Einsparungen sollen ab 2029 eine Milliarde Euro erreichen.