Die österreichische Polizei verzeichnet einen historischen Höchststand beim Personalbestand. Aktuell versehen mehr als 32.500 Beamte ihren Dienst – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Republik.
Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer langfristigen Personalstrategie, die bundesweit umgesetzt wird und von Wien bis Vorarlberg alle Landespolizeidirektionen umfasst. Parallel dazu befinden sich derzeit etwa 3.800 Personen in den Polizeischulen in Ausbildung, was ebenfalls einen Rekordwert darstellt.
Rekordaufnahmen
Das Innenministerium hat in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um dem wachsenden Personalbedarf gerecht zu werden. Die Zahlen sprechen für sich: 2023 wurden rund 1.700 neue Polizeischüler aufgenommen, 2024 stieg diese Zahl auf etwa 2.500 an. Insgesamt konnten somit binnen zwei Jahren circa 4.200 neue Kräfte für den Polizeidienst gewonnen werden.
Diese Offensive zeigt bereits konkrete Auswirkungen in den Bundesländern, wo vielerorts mehr Polizisten im Einsatz sind als der Planstellenschlüssel vorsieht.
Dieser bewusst herbeigeführte Überbestand folgt einer strategischen Überlegung – er dient als Puffer, um bevorstehende Pensionierungswellen abzufedern und so die kontinuierliche Einsatzfähigkeit der Polizei sicherzustellen. Nach Angaben des Innenministeriums werden in den kommenden fünf Jahren rund 6.000 Polizistinnen und Polizisten altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden – das entspricht etwa 18 Prozent des gesamten aktuellen Personalstands.
Zukunftsstrategie
Neben der personellen Verstärkung hat die österreichische Polizei in den vergangenen Jahren auch ihre materielle Ausstattung modernisiert und die Arbeitsbedingungen verbessert. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, mit der die Exekutive auf den demografischen Wandel und neue sicherheitspolitische Herausforderungen reagiert. Gleichzeitig soll dadurch die Attraktivität des Polizeiberufs gesteigert werden.
Für das kommende Jahr 2025 plant das Innenministerium die Einstellung von fast 1.500 neuen Polizisten, um die zu erwartenden altersbedingten Abgänge zu kompensieren. Von diesem Kontingent konnten bereits 880 Personen rekrutiert werden.
Die Personaloffensive erstreckt sich auf das gesamte Bundesgebiet, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Wien und Vorarlberg liegt – jenen Regionen, in denen der Personalbedarf besonders hoch ist. Wie aus Daten des Innenministeriums hervorgeht, liegen diese beiden Bundesländer beim Altersdurchschnitt im Exekutivdienst über dem Bundesschnitt, was den verstärkten Fokus auf diese Regionen erklärt.
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