Großeinsatz im Hotelreinigungsgewerbe: Bei Kontrollen in fünf Bundesländern deckte die Finanzpolizei 39 Verstöße auf – bei mehreren Firmen besteht zudem der Verdacht auf Scheinunternehmen.
Am 30. September 2026 führte die österreichische Finanzpolizei umfangreiche Schwerpunktkontrollen im Hotelreinigungsgewerbe durch.
Insgesamt 119 Finanzpolizistinnen und Finanzpolizisten kontrollierten in Wien, Tirol, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark 28 Betriebe und 128 Beschäftigte. Dabei wurden 39 Übertretungen festgestellt: fünf nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, sieben nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, eine nach dem Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz und 26 nach dem Arbeitszeitgesetz.
Eine Person wurde angetroffen, die sich nach derzeitiger Einschätzung illegal in Österreich aufhielt, und festgenommen. Zusätzlich führte die Finanzpolizei Forderungspfändungen wegen Abgabenschulden in einer Gesamthöhe von rund 323.000 Euro durch.
Verdacht auf Scheinunternehmen
Bei vier der kontrollierten Betriebe besteht der Verdacht, dass es sich um Scheinunternehmen im Sinne des Sozialbetrugsbekämpfungsgesetzes handeln könnte. Gegen zwei dieser Unternehmen laufen bereits Ermittlungen, bei zwei weiteren Betrieben ergaben sich im Zuge der Kontrollen neue Hinweise auf mögliche Scheinunternehmensstrukturen. Die Ermittlungen dauern an.
Christian Ackerler, Vorstand des Amtes für Betrugsbekämpfung, betonte: „Wer Scheinunternehmen einsetzt oder Beschäftigung verschleiert, verschafft sich einen unrechtmäßigen Wettbewerbsvorteil.“
Einsatz in Deutschland
Zeitgleich mit den österreichischen Kontrollen lief in Deutschland ein groß angelegter Einsatz gegen eine mutmaßlich länderübergreifend organisierte Tätergruppe. Rund 2.200 Kräfte der deutschen Bundespolizei sowie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit waren daran beteiligt. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin wurden insgesamt 104 Wohnungen, Unterkünfte, Firmen und Hotels in mehreren deutschen Bundesländern durchsucht und zehn Haftbefehle vollstreckt. Die Ermittlungen richten sich gegen eine mutmaßliche Bande, die ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland eingeschleust und sie anschließend bundesweit im Reinigungsgewerbe eingesetzt haben soll. Finanzminister Markus Marterbauer unterstrich die Haltung der Behörden mit den Worten: „Unser Motto ist null Toleranz bei Steuer- und Abgabenbetrug.“