Ein altes Video, ein umstrittenes Lied – und plötzlich steht ein junger Musiker im Zentrum eines Sturms.
Ein fast zwei Jahre altes Video hat den kroatischen Sänger Jakov Jozinović in eine öffentliche Kontroverse gezogen. Darauf ist zu sehen, wie er das Lied „Ako ne znaš šta je bilo“ von Marko Perković Thompson singt. Nach eigenen Angaben war Jozinović zum Zeitpunkt der Aufnahme 19 Jahre alt und stand noch am Beginn seiner Musikkarriere, als er in Cafés auftrat.
Nachdem die Aufnahme in serbischen Medien und sozialen Netzwerken verbreitet worden war, kam es zu heftigen Reaktionen. Neben Boykottaufrufen wurden inzwischen auch Petitionen gestartet, die ein Verbot seiner Auftritte und teilweise sogar seiner Einreise nach Serbien fordern. Eine offizielle Absage seiner für den 24. und 25. Oktober geplanten Konzerte in der Belgrader Arena oder eine behördliche Verbotsentscheidung gibt es bislang jedoch nicht.
Marko Perković Thompson gehört zu den umstrittensten Musikern Kroatiens. Seine Auftritte und sein öffentliches Auftreten sorgen seit Jahren für politische Debatten, unter anderem wegen der Verwendung des Grußes „Za dom spremni“, der mit dem Ustascha-Regime des Zweiten Weltkriegs verbunden ist.
Jozinović reagiert
Jozinović reagierte inzwischen mit einer ausführlichen Stellungnahme auf Instagram. „Es ist interessant, wie eine Aufnahme vom Beginn meiner Karriere gerade heute Anlass für zahlreiche Interpretationen und Anschuldigungen wird“, erklärte er. Er betonte, Menschen nie nach Nationalität, Religion oder Hautfarbe beurteilt zu haben und nie mit der Absicht gesungen zu haben, jemanden zu verletzen.
Gleichzeitig wehrte er sich gegen Aussagen, die ihm nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten fälschlicherweise zugeschrieben worden seien. Er wolle weder Teil von „Medienmanipulationen und Unwahrheiten“ sein noch zulassen, dass sein Name zur Schaffung von Konflikten verwendet werde.
„Ich habe nie gesungen, um jemanden zu beleidigen“, betonte Jozinović. Zugleich distanzierte er sich von einer politischen Interpretation seiner Musik: „Ich bin Musiker, kein Politiker. Deshalb ist dies meine einzige Stellungnahme zu diesem Thema.“
Auch seine Verbundenheit mit der eigenen Herkunft stellte er nicht in Abrede. Für ihn schließe diese jedoch den Respekt gegenüber anderen nicht aus: „Ich glaube besonders daran, dass Liebe und Respekt gegenüber den Eigenen niemals Respektlosigkeit gegenüber anderen bedeuten.“