Aleksandar Vučić verschärft im serbischen Wahlkampf seine Angriffe auf Politiker aus der Region. Gleichzeitig kündigt er höhere Gehälter für Serben im Kosovo an – konkrete Details bleiben offen.
Bei einem Wahlkampfauftritt am 3. Oktober 2026 versprach Aleksandar Vučić höhere Gehälter für Serben im Kosovo. Wie hoch die Erhöhung ausfallen soll, wann sie umgesetzt wird und welche Beschäftigten sie betrifft, geht aus dem veröffentlichten Bericht nicht hervor. Zugleich kündigte er an, weiterhin auf internationalen Foren für die territoriale Integrität Serbiens einzutreten.
Der frühere serbische Präsident führt die Wahlliste „Aleksandar Vučić – Ujedinjena Srbija“, auf Deutsch „Vereintes Serbien“, an. Nach seinem Rücktritt am 27. September tritt er im Wahlkampf als Kandidat für das Amt des Regierungschefs auf. Die vorgezogene Parlamentswahl ist für den 25. Oktober angesetzt.
Vorwürfe gegen Politiker aus der Region
Vučić warf dem kosovarischen Regierungschef Albin Kurti, dem früheren montenegrinischen Präsidenten Milo Đukanović und dem kroatischen Premierminister Andrej Plenković vor, einen Sieg der von der studentischen Protestbewegung unterstützten Wahlliste zu wünschen. Belege für diese umfassenden Anschuldigungen werden in dem Bericht nicht genannt.
Besonders scharf griff er Nenad Rašić an, den Minister für Gemeinschaften und Rückkehr in der kosovarischen Regierung. Rašić hatte seine Unterstützung für die Studentenliste öffentlich erklärt. Vučić deutete dies als direkte Einmischung Kurtis. Dass Rašić dabei auf dessen Anweisung handelt, ist jedoch Vučićs Behauptung und kein belegter Sachverhalt.
Für seine politischen Gegner verwendete Vučić erneut den abwertenden Begriff „blokaderi“, der auf die Protestblockaden in Serbien anspielt. Gemeint ist in diesem Zusammenhang die studentisch unterstützte Wahlliste. „Blockadeliste“ ist weder eine verständliche deutsche Bezeichnung noch ihr offizieller Name.
Thompson-Verweis als Wahlkampfbotschaft
Vučić verband seine Angriffe mit Aussagen über nationale Identität. Er erklärte, Serbien werde seine Sprache nicht aufgeben und keine Lieder des kroatischen Sängers Marko Perković Thompson singen. Diese Äußerungen sind Teil seiner politischen Rhetorik. Der Bericht nennt keine entsprechende Forderung der EU oder der angegriffenen Politiker.
Außenpolitisch stellte Vučić einen Kurs in Aussicht, der europäische Verpflichtungen mit nationalen Interessen und bestehenden Freundschaften verbinden solle. Seine Darstellung einer unabhängigen Außenpolitik ist dabei als politische Position einzuordnen, nicht als Nachweis, dass dieser Kurs den EU-Beitritt beschleunigt.
Russland-Kurs bleibt Streitpunkt mit der EU
Die Beziehungen zu Russland gehören weiterhin zu den Konfliktpunkten zwischen Belgrad und Brüssel. Im Serbien-Bericht 2025 stellte die Europäische Kommission fest, dass sich das Land den EU-Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen hatte.
Sie verlangte zusätzliche Anstrengungen zur Angleichung der serbischen Außenpolitik an die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Union.