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Positive Nachrichten: Bereits die erste Impfdosis bietet mehr Schutz als angenommen

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Symbolbild (FOTO: iStock)

Eine weitere Studie bestätigt nun, dass die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca bereits nach nur einer Dosis einen hohen Schutz gegen das Coronavirus bieten.

Die Corona-Vakzine von Johnson & Johnson, die ab 19. April an Europa ausgeliefert werden soll, wird ohnehin nur einmal verimpft und soll so schon einen Schutz gegen die Mutanten, aber auch gegen schwere Verläufe (85,4%) und moderate Verläufe (66%) bieten. Aber auch bereits vorhandene Impfstoffe, wie etwa die von BioNTech/Pfizer oder AstraZeneca, bieten laut jüngsten Studien bereits nach der ersten Teilimpfung mehr Schutz als bisher angenommen.

Londoner Studie: Weniger ansteckend nach der Impfung
Laut einer Studie von Wissenschaftlern des University College London verhindere eine Einzeldosis AstraZeneca oder Pfizer/BioNTech bereits nach vier Wochen eine Infektion um 56 Prozent, nach fünf Wochen seien es bereits 62 Prozent.

Die analysierten Proben zeigten, dass positive Tests 28 Tage nach der ersten Impfstoffdosis weniger virales Material enthielten. Bei Menschen, die sich zuvor infiziert hatten, wurde festgestellt, dass es nach Erhalt des Impfstoffs keinen Unterschied hinsichtlich des Schutzniveaus gab. Allerdings seien nur 11 Prozent der Studienteilnehmer, die den Impfstoff erhalten hatten, zuvor bereits infiziert gewesen. Daher seien zusätzliche Untersuchungen erforderlich, um die Wirksamkeit des Impfstoffs in ihrem Fall zu bestimmen.

Daten aus Israel zu BioNTech/Pfizer-Impfung
Auch in Israel wurden bereits Untersuchungen über die Schutzwirkung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes durchgeführt. Dafür wurden fast 600.000 Geimpften/Nichtgeimpften zwischen 20. Dezember 2020 und 1. Februar 2021 untersucht. Bei den Teilnehmenden zeigte sich:

Bereits zwei Wochen bzw. 20 Tage nach der ersten Teilimpfung lag die Schutzrate gegen eine Virusinfektion bei 46 Prozent. Drei Wochen bis 27 Tage nach der ersten Impfdosis lag der Schutz schon bei 60 Prozent. Eine Woche nach der zweiten Teilimpfung war der Schutz gegen das Coronavirus schließlich bei 92 Prozent. Bei schweren Erkrankungen lagen die Schutzraten bei 62 Prozent (zwei Wochen nach der 1. Impfung), 80 (nach 3 Wochen) und schließlich ebenfalls 92 Prozent (nach der zweiten Impfdosis).

Experte: Erste Teilimpfung muss möglichst rasch geimpft werden
Bis genug Corona-Impfstoffe für alle verfügbar sind, muss alles darangesetzt werden, möglichst vielen Österreichern die Erstimpfung zu verabreichen, erklärte der Wiener Impfexperte Herwig Kollaritsch am Montagabend: „Es ist enorm wichtig, dass möglichst viele Menschen möglichst schnell die erste Teilimpfung erhalten.“ Der Schutz baue sich nämlich mit der Zeit auf, die zweite Teilimpfung diene vor allem dazu, den Impferfolg zu sichern.

Diese Erkenntnisse haben auch große Auswirkungen auf das österreichische Impfprogramm. Ursprünglich sollte die zweite Teilimpfung der mRNA-Vakzine nach drei (Pfizer-Biontech) bzw. vier Wochen (Moderna) erfolgen und bei AstraZeneca nach elf bis zwölf Wochen. Erweitert man jedoch das Impfintervall der mRNA-Impfstoffe auf sechs Wochen und das des Vektorimpfstoffs AstraZeneca auf die maximal zwölf Wochen, gewinnt man Zeit für die Erstimpfung von mehr Personen. So nutzt man die zur Verfügung stehende Impfstoffmenge besser für eine schnelle Schutzwirkung in der Bevölkerung:

Der Verzicht auf das Vorhalten[Anm. Aufbewahren] der zweiten Impfdosis, da die Liefermengen ständig steigen, hätte den Effekt, dass bis zur Kalenderwoche 30 [Anm.: ab 20. Juli] bis zu zwei Millionen Personen in Österreich mehr erstgeimpft werden könnten,  so Kollaritsch abschließend.

Quellen und Links:

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