Ein aufsehenerregendes Video der Freiheitlichen Jugend aus Wien löste kürzlich auf der Social-Media-Plattform TikTok weite Empörung aus.

Rassismus-Vorwürfe
In dem mittlerweile gelöschten Clip vertritt die Gruppe eine Position, die nationale Identität und Sport in einer Weise miteinander verknüpft, die öffentliche Kritik nach sich zog. In dem Video heisst es: „Du bist patriotisch während der EM. Ich auch. Aber wir von der Freiheitlichen Jugend, wir arbeiten das ganze Jahr für Österreich und nicht nur alle vier Jahre. Wir sorgen dafür, dass die Österreichische Nationalmannschaft nicht aussieht wie die französische in wenigen Jahren“.
Wie darf man diese wirren Worte der "Freiheitlichen Jugend Wien" verstehen? pic.twitter.com/GP17TKFf3T
— Rinaldo Mogyorosy (@RMogyorosy) July 7, 2024
Dier Freiheitlichen Jugend spielt damit darauf an, dass die französische Fußball-Nationalmannschaft auf eine diverse Gruppe von Spielern setzt, darunter viele mit dunkler Hautfarbe. Diese Beobachtung wurde in Wien von politischen und sportlichen Führungskräften scharf kritisiert.
Kritik von Bürgermeister Ludwig
Wiens Bürgermeister, Michael Ludwig von der SPÖ, brandmarkte das Video in der „Kronen Zeitung“ ausdrücklich als „rassistisch“. Er hob die Erfolge des österreichischen Nationalteams heraus, welche durch die Vielfalt und das Miteinander der Spieler verschiedenster Herkunft gekennzeichnet sind. „Das rassistische Video lehnen wir zutiefst ab! Es braucht mehr Zusammenhalt in unserem Land!“, unterstrich Ludwig.
Gemeinsame Stärke durch Vielfalt
Auch ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick nahm die Europameisterschaft zum Anlass, zur Wachsamkeit gegenüber rechtsextremen Strömungen in Europa aufzurufen. Er betonte die unauflösliche Verbindung zwischen Sport und Politik, insbesondere in Zeiten politischer Unruhen. „Wir leben in einer so bewegten Zeit, in der man nicht mehr sagen kann, das eine ist Sport und das andere Politik, und die zwei Dinge haben nichts miteinander zu tun“, sagte Rangnick.
Das umstrittene Video und die daraus resultierende Debatte werfen einmal mehr ein Schlaglicht auf die Diskussion um Nation, Identität und Sport.