Start News Panorama
Sozialrecht

Regierung führt für Schwangere in Karenz nun „Sonderwochengeld“ ein

SCHWANGERE_GELD
(FOTO: iStock)

In einer wegweisenden Entscheidung des Nationalrates wird die sozialrechtliche Absicherung schwangerer Frauen in Österreich signifikant verbessert. Die neue Gesetzgebung schließt eine wichtige Lücke: Sie gewährt nunmehr Schwangeren, die sich in Elternkarenz befinden und kein Kinderbetreuungsgeld mehr beziehen, Anspruch auf Sonder-Wochengeld. Diese Änderung, die mit überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde, stellt eine bedeutende Erweiterung des Sozialschutzes für werdende Mütter dar.

Das Sonder-Wochengeld, das ab dem 1. September 2022 und rückwirkend in Kraft tritt, orientiert sich an der Höhe des erhöhten Krankengeldes. Es soll acht Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes eine stabilisierende finanzielle Unterstützung bieten. Durch diese Maßnahme werden betroffene Frauen während dieser sensiblen Phase pflichtversichert. Die Kostenübernahme ist so verteilt, dass der Familien-Lasten-Ausgleichsfonds 70 Prozent und die Krankenversicherungen der Frauen 30 Prozent tragen. Laut dem Sozialministerium sollen durch diese Neuregelung etwa 1.300 Frauen profitieren, mit jährlichen Kosten von rund 10,56 Millionen Euro.

Verbesserung der Betreuung nach Fehlgeburten

Ein weiteres bedeutendes Element der Gesetzesnovelle ist die verbesserte Unterstützung für Frauen nach Fehlgeburten. Ab dem 1. September 2024 haben Frauen, die eine Fehlgeburt in einer fortgeschrittenen Phase der Schwangerschaft erleiden (ab der 18. Woche), Anspruch auf die Unterstützung durch eine Hebamme. Diese Regelung weitet die bisherige Vorschrift, die bisher nur Totgeburten umfasste, auf frühere Schwangerschaftsstadien aus. Alle Parteien im Nationalrat unterstützten diese Änderung einstimmig. Die Novellierung zielt darauf ab, das Tabu-Thema Fehlgeburten in der Gesellschaft anzusprechen und die betroffenen Familien umfassend zu unterstützen.

Weitere Beschlüsse & Diskussionen

Neben den genannten Neuerungen beschloss der Nationalrat auch die Verlängerung der Honorierung für die Durchführung von Corona-Impfungen im niedergelassenen Bereich bis Ende März 2025. Diese Maßnahme unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Impfkampagne in Österreich.