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Wasserwarnung

Rekordsommer bringt Wien ans Limit: Trinkwasser soll gespart werden

Rekordsommer bringt Wien ans Limit: Trinkwasser soll gespart werden
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Rekordverbrauch trifft auf drohende Unwetter – Wien steht vor einem ungewöhnlichen Versorgungsdilemma mitten im Hochsommer.

Der anhaltende Hitzesommer hat den Wasserverbrauch in Wien auf Rekordniveau getrieben. Weil die Bevölkerung mehr trinkt, häufiger duscht und Gärten intensiver bewässert, werden derzeit täglich bis zu 580.000 Kubikmeter – also 580 Millionen Liter – Trinkwasser verbraucht. Um das greifbar zu machen: Das entspricht dem Inhalt von rund 230 großen Becken des Stadthallenbads – und das jeden Tag.

Gegenüber dem normalen Tagesverbrauch bedeutet das einen Anstieg von rund 45 Prozent. Damit werden bereits jetzt die Spitzenwerte des Vorjahres übertroffen. Im Juli 2025 hatte der tägliche Verbrauch maximal 510 Millionen Liter erreicht. „Das war über das Jahr gerechnet der maximale Verbrauch“, teilte Wiener Wasser (MA 31) am Dienstag mit.

Wie kritisch die Lage ist, zeigt ein Blick auf die technischen Möglichkeiten: Die Wiener Wasserversorgung kann laut offiziellen Angaben täglich maximal rund 589.000 Kubikmeter Trinkwasser, also 589 Millionen Liter, in die Stadt leiten. Der aktuelle Spitzenverbrauch liegt damit bei knapp 99 Prozent der technischen Tageskapazität.

Drohende Versorgungsrisiken

Dass ausgerechnet Unwetter die Trinkwasserversorgung gefährden könnten, klingt zunächst widersprüchlich – ist es jedoch nicht. „Bei starken Regenfällen können Quellen getrübt sein und müssen zeitweise vom Versorgungssystem genommen werden, um die hohe Qualität des Trinkwassers sicherzustellen“, erklärt die MA 31. Damit es in solchen Situationen nicht zu einem kritischen Absinken der Wasserspeicher kommt – wie es zuletzt im Frühjahr in manchen Gemeinden auf dem Land der Fall war – könnte auch die Autowäsche vorerst warten.

Vor diesem Hintergrund richtet die Stadt Wien einen ungewöhnlichen Appell an ihre Bevölkerung: Wegen möglicher Starkniederschläge in den Quellgebieten in Niederösterreich und der Steiermark könnten in den kommenden Tagen Einschränkungen bei der Wasserversorgung nicht ausgeschlossen werden. „Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, setzt Wien vorsorglich Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauchs. Obwohl die Wiener Wasserbehälter derzeit gut gefüllt sind, erfordert die außergewöhnliche Wetterlage ein vorausschauendes Handeln“, hieß es von der MA 31.

Städtische Maßnahmen

Den Anfang macht die Stadt bei sich selbst: Alle städtischen Dienststellen sind angehalten, ihren Wasserverbrauch dort zu senken, wo dies „ohne wesentliche Einschränkungen“ möglich ist. „Unter anderem wird die Straßenreinigung vorübergehend ohne Wasser durchgeführt.“ Auch die Bewässerung von Grünflächen werde eingeschränkt. Ausdrücklich ausgenommen von diesen Maßnahmen seien hingegen Trinkbrunnen, Bäder, Wasserspielplätze und weitere Angebote zur Abkühlung.

Darüber hinaus wendet sich die Stadt mit einem konkreten Ersuchen an Bürgerinnen und Bürger, Betriebe sowie Institutionen, ihren Wasserverbrauch bewusst zu reduzieren und „durch einfache Maßnahmen Trinkwasser“ zu sparen: „Dazu zählen etwa, vorübergehend das Befüllen von Pools zu vermeiden, auf Fahrzeugwäsche zu verzichten und Haushaltsgeräte möglichst effizient zu nutzen.“

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KO KOSMO-Redaktion
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