Stillstand an der Grenze: Bosnische Frächter legen den Güterverkehr lahm – und ihr Forderungskatalog hat es in sich.
Am Grenzübergang Svilaj herrscht seit den frühen Morgenstunden ungewöhnliche Ruhe – zumindest was den Güterverkehr betrifft. Auf einer Länge von rund eineinhalb Kilometern stehen Lastkraftwagen dicht an dicht am Straßenrand, der Warentransport liegt still. Nur der Personenverkehr rollt vorerst ungehindert.
Hinter der Aktion steckt handfester Unmut: Bosnisch-herzegowinische Frächter protestieren gegen Schengen-Regelungen, die ihren Aufenthalt im europäischen Binnenraum auf 90 Tage begrenzen. Wer diese Frist überschreitet, riskiert ein Einreiseverbot – obwohl die betroffenen Fahrer nach eigenen Angaben über sämtliche erforderlichen Genehmigungen und Lizenzen verfügen und sich nicht dauerhaft in der EU aufhalten, sondern lediglich auf der Durchreise sind. Genau das empfinden sie als diskriminierend.
Die Organisatoren rechnen damit, dass sich landesweit zwischen 50 und 200 Lastwagen an den Grenzübergängen zusammenfinden werden. Welche Übergänge konkret betroffen sein werden, war zunächst noch nicht in vollem Umfang bekannt. Für die nächsten zwei Stunden wurden weitere Ankündigungen zu den geplanten Schritten in Aussicht gestellt.
Forderungen der Frächter
Die Forderungen der Frächter gehen jedoch über eine Änderung der Schengen-Aufenthaltsregeln hinaus. Von den heimischen Institutionen verlangen sie unter anderem die teilweise Rückerstattung der Mineralölsteuer, die Rückerstattung der Mehrwertsteuer im internationalen Transport sowie die Umsetzung bereits vereinbarter Maßnahmen zur Beschleunigung von Grenzabfertigungen. Vom Ministerium für Kommunikation und Transport Bosnien-Herzegowinas erwarten sie die Erfüllung eines 17 Punkte umfassenden Katalogs, der auch steuerliche Entlastungen für den Sektor vorsieht.
Die heutige Aktion ist Teil einer eskalierenden Auseinandersetzung: Das Konsortium Logistika BiH hatte bereits für den 12. März 2026 Grenzblockaden angekündigt, diese damals jedoch nicht durchgeführt. Die erneute Ankündigung für den 23. März wurde nun in die Tat umgesetzt.
Reaktion der Behörden
Die Regierung der Republika Srpska reagierte bereits am Vorabend mit einer Dringlichkeitssitzung und wies das zuständige Innenministerium an, Blockaden an den Grenzübergängen im Entitätsgebiet zu unterbinden. Mit Erfolg, zumindest teilweise: Am Grenzübergang Gradiska, wo ebenfalls Aktionen geplant waren, blieb der Güterverkehr bislang aufrecht.