Wien startet eine neue Initiative zur Verkürzung von OP-Wartezeiten. Die Stadt kooperiert mit Privatkliniken, um Kapazitäten besser zu nutzen.
Um die Wartezeiten für Operationen in Wien zu verkürzen, hat die Stadt eine neue Initiative gestartet, die auf Kooperationen mit Privatkliniken setzt. Am Mittwoch wurde die erste Vereinbarung präsentiert, bei der der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) bestimmte Operationen an die PremiQaMed-Gruppe auslagern wird. Diese Art der Zusammenarbeit ist nicht neu, sondern wurde bereits während der Corona-Pandemie erfolgreich genutzt. Das Ziel besteht darin, die Kapazitäten der Privatkliniken zu nutzen, wobei die Operationen von Ärzten aus öffentlichen Krankenhäusern durchgeführt werden. Im ersten Jahr sollen rund 500 Fälle an den privaten Betreiber übergeben werden.
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hob hervor, dass die Reduzierung der Wartezeiten, insbesondere bei planbaren Operationen, das Hauptziel ist. Wigev-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb und der medizinische Direktor Michael Binder erklärten, dass die Zahl der Akuteingriffe ansteigt, was sich negativ auf weniger dringende Operationen auswirkt, die oft verschoben werden müssen. Der Akutbereich macht bereits 44 Prozent der jährlich etwa 140.000 Operationen in den Wigev-Krankenhäusern aus. Dies ist auch auf die demografische Entwicklung zurückzuführen, da die Bevölkerung älter und kränker wird.
Fokus auf Elektive Maßnahmen
Die Vereinbarung konzentriert sich auf elektive Maßnahmen, die flexibel geplant werden können. In den PremiQaMed-Kliniken „Goldenes Kreuz“ und „Confraternität“ werden diese Operationen ab sofort durchgeführt. Patienten müssen sich nicht selbst kümmern, da sie bei langen Wartezeiten aktiv kontaktiert werden. Die Kosten werden vom Wigev übernommen, und Patienten können die Behandlung in einem Gemeindespital ablehnen, wenn sie dies wünschen.
Die Kooperation umfasst mehrere medizinische Fachbereiche mit einem Schwerpunkt auf Orthopädie und Unfallchirurgie, einschließlich Arthroskopien und Gelenkoperationen. Auch Bruch-, Gallenblasen-, Blinddarm- und HNO-Eingriffe sind enthalten. Patienten aus den Bereichen Urologie oder Hautchirurgie werden ebenfalls extern behandelt, ebenso in der Mammachirurgie, wobei onkologische Eingriffe ausgenommen sind.
Rolle der Privatkliniken
Die Privatkliniken übernehmen die Aufnahme, den stationären Aufenthalt und die grundlegende Abwicklung der Operationen, während die Ärzte aus dem Wigev stammen. Die Nachsorge erfolgt durch die zuständigen Wigev-Fachabteilungen. Bei Komplikationen kann der Patient bei Bedarf in ein städtisches Krankenhaus verlegt werden. Erste Operationen sollen bereits im April in den PremiQaMed-Kliniken durchgeführt werden.
Martin Fuchs, CEO des Betreibers, betonte, dass es keine Konfliktsituation zwischen Privat- und Gemeindespitälern gebe, sondern dass man Teil des Versorgungssystems sei.