Österreichs Autofahrer müssen sich auf neue Regelungen einstellen. Die Änderungen bei der Normverbrauchsabgabe sorgen für politische Spannungen.
Die Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Kraftfahrzeuge wird ab 1. Jänner 2026 erneut erhöht. Für Neuwagenkäufer bedeutet dies eine weitere Kostensteigerung. Die NoVA wird seit 2021 schrittweise angehoben und auf immer mehr Fahrzeugtypen ausgeweitet – eine Maßnahme, die Teil des Steuerreformpakets der türkis-grünen Bundesregierung ist.
Die Erhöhung erfolgt durch eine Absenkung des CO2-Grenzwerts, ab dem die Abgabe fällig wird. Dieser sinkt von 116 auf 112 Gramm pro Kilometer. Gleichzeitig steigt der Steuersatz für jedes Gramm CO2 über diesem Grenzwert von 2 auf 2,5 Prozent. Für Fahrzeuge mit besonders hohem CO2-Ausstoß wird zudem ein Malus-Zuschlag von 80 Euro pro Gramm CO2 über 170 g/km fällig.
Konkrete Auswirkungen
Laut Berechnungen des ÖAMTC verteuert sich beispielsweise ein VW Golf mit 150 PS um 360 Euro auf 2.250 Euro NoVA. Bei einem VW Multivan mit 150 PS steigt die Abgabe um 1.080 Euro auf 6.750 Euro. Besonders drastisch fällt die Erhöhung bei SUVs und leistungsstarken Fahrzeugen aus: Für einen BMW X5 mit 286 PS werden künftig 26.460 Euro NoVA fällig – ein Plus von 4.230 Euro.
Die Normverbrauchsabgabe wird bei der Erstzulassung eines Fahrzeugs in Österreich erhoben und ist in den Fahrzeugpreisen bereits enthalten. Elektroautos sind von der Abgabe befreit, während Hybridfahrzeuge je nach CO2-Ausstoß besteuert werden.
Politische Kontroverse
Die NoVA-Erhöhung sorgt für politische Auseinandersetzungen. SPÖ und FPÖ kritisieren die Maßnahme scharf und fordern eine Rücknahme. Die Grünen verteidigen hingegen die Erhöhung als wichtigen Schritt für den Klimaschutz und betonen die Lenkungswirkung hin zu emissionsärmeren Fahrzeugen.
Das Finanzministerium rechnet durch die NoVA-Anpassung mit Mehreinnahmen von rund 45 Millionen Euro im Jahr 2026. Die Automobilbranche warnt vor negativen Auswirkungen auf den Fahrzeugmarkt und befürchtet einen Rückgang der Neuzulassungen.
Insbesondere bei Familien- und Nutzfahrzeugen werden negative Folgen erwartet.