Schwarze Tentakel wachsen aus Kaninchenköpfen – ein mysteriöses Virus verbreitet sich in Colorado und lässt die Tiere wie aus einem Horrorfilm erscheinen.
In den USA sorgt ein Virus aktuell für Aufmerksamkeit, das bei einer bestimmten Kaninchenart beunruhigende Symptome verursacht: Die infizierten Tiere entwickeln schwarze, tentakelartige Auswüchse am Kopf. Diese auffällig entstellten Kaninchen wurden mehrfach in Fort Collins, Colorado, beobachtet. Eine Einwohnerin berichtete dem Sender „9News“ von ihrer Begegnung mit einem Tier, aus dessen Maul etwas hervorragte, das sie als „schwarze Stacheln oder schwarze Zahnstocher rund um sein Maul“ beschrieb.
Die aktuellen Fälle konzentrieren sich zwar auf Colorado, doch das Phänomen tritt vorwiegend im Mittleren Westen der USA auf. Ein besonders bekannter Fall aus Minnesota erregte bereits 2013 mediale Aufmerksamkeit: Ein Bewohner dokumentierte damals ein infiziertes Kaninchen in seinem Garten per Video und prägte den Begriff „Frankenstein-Hase“. Andere Beobachter charakterisierten die Veränderungen als „krätzeartig aussehende Wucherung im Gesicht“.
Freaky ‘Frankenstein’ rabbits have been spotted in these 2 states: ‘They’re all over here’ https://t.co/AJYJWWgAi5 pic.twitter.com/WWr6CmhGU2
— New York Post (@nypost) August 15, 2025
Virus-Übertragung
Die Ursache dieser Deformationen ist das Cottontail Papillomavirus (Baumwollschwanzkaninchen-Virus), das spezifisch bei wildlebenden Baumwollschwanzkaninchen Tumorbildungen im Kopfbereich hervorruft. Die Übertragung erfolgt nach Expertenangaben durch blutsaugende Parasiten wie Zecken und Flöhe. Kara Van Hoose von der Behörde Colorado Parks and Wildlife erläuterte gegenüber der Zeitung „Coloradoan“: „Kaninchen infizieren sich normalerweise in den wärmeren Sommermonaten durch Bisse von Insekten wie Flöhen und Zecken.“
Die bizarren Auswüchse bestehen aus Keratin – dem gleichen Material, aus dem auch menschliche Haare und Nägel aufgebaut sind. Diese hornartigen Wucherungen entstehen als direkte Folge der Virusinfektion und können bei schweren Fällen mehrere Zentimeter lang werden.
Angesichts vermehrter Beobachtungen appellieren Wildtierspezialisten eindringlich, Abstand zu betroffenen Tieren zu halten und jeglichen Kontakt zu vermeiden. Das Virus sei jedoch ausschließlich zwischen Kaninchen hochinfektiös, während Menschen und Haustiere nicht gefährdet seien. Colorado Parks and Wildlife bestätigt, dass das Virus bei den meisten Kaninchen einen gutartigen Verlauf nimmt, problematisch wird es erst, wenn die Wucherungen so groß werden, dass sie die Nahrungsaufnahme behindern.
Für die erkrankten Kaninchen selbst ist die Prognose allerdings ungünstig: Obwohl sich die Tumore gelegentlich spontan zurückbilden können, wachsen sie häufig so massiv, dass die Nahrungsaufnahme unmöglich wird und die Tiere letztlich verhungern, wie die „Daily Mail“ berichtet.
Eine kurative Therapie gegen das CRPV (Cottontail Rabbit Papillomavirus) existiert derzeit jedoch nicht.
A bizarre virus is turning rabbits in the U.S. into grotesque, horned creatures with black, tentacle-like growths — and sightings are rising fast.
Known as the cottontail papilloma virus (CRPV) or Shope papilloma virus, it causes tumors to develop on or near the rabbits’ heads.… pic.twitter.com/jGs5nzqjDt
— Shadow of Ezra (@ShadowofEzra) August 12, 2025
Gefahr für Hauskaninchen
Bei Hauskaninchen nimmt die Erkrankung oft einen schwereren Verlauf. Fachleute warnen, dass infizierte Exemplare eine aggressive Form von Hautkrebs entwickeln können, die zum Tod führt. Bei frühzeitiger Diagnose besteht die Möglichkeit, die Tumore chirurgisch zu entfernen, bevor sie bösartig werden.