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Speisepläne

Schweinefleisch-Verzicht in Wiener Schulen sorgt für Aufsehen!

Schule Kantine
(Foto: iStock)

In der Wiener Schullandschaft schürt die Anpassung von Speiseplänen an religiöse Bedürfnisse momentan heftige Diskussionen. Besonders der Verzicht auf Schweinefleisch in den Kantinen stößt auf gemischte Reaktionen.

Eine statistische Erhebung der Wiener Bildungsdirektion offenbarte, dass 35 Prozent der Volksschüler in Wien muslimischen Glaubens sind, während christliche Schüler lediglich 27 Prozent ausmachen. Diese demografische Verschiebung bringt eine Neugestaltung der Schulküchen mit sich, was einige als Anlass zur Kontroverse sehen.

Anpassung der Speisepläne

Laut einer offiziellen Mitteilung der MA 56, die für die Schulverpflegung in Wien zuständig ist, entscheiden sich mittlerweile zwei Drittel aller Schulkantinen gegen Gerichte mit Schweinefleisch. Stattdessen liefern die Kantinenmenüs Vielfalt und orientieren sich an den Präferenzen der Schülerinnen und Schüler sowie an ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen. Diese Umstellung hat nicht nur aus religiösen Gründen stattgefunden, sondern auch, weil vielen Schülern der Geschmack und die Konsistenz von Schweinefleisch nicht zusagen.

Vielfalt und Ernährungsbewusstsein im Mittelpunkt

Zusätzlich zu fleischhaltigen Gerichten bietet das Speisenangebot der Schulen auch vegetarische Optionen an, die einmal wöchentlich den Speiseplan dominieren. Dieser Ansatz soll nicht nur die Akzeptanz für unterschiedliche Esskulturen und religiöse Praktiken fördern, sondern auch ein Bewusstsein für gesunde Ernährung und Umweltschutz schaffen.

Kontroverse Meinungen

Die Diskussionen um die angepassten Speisepläne verlaufen indes hitzig. Während einige die Anpassung als überfälligen Schritt hin zu mehr Toleranz und Gesundheitsförderung begrüßen, sehen andere darin eine unnötige Bevorzugung bestimmter Glaubensgemeinschaften. Die Debatte spiegelt die größere gesellschaftliche Auseinandersetzung um Integration und kulturelle Vielfalt wider.

Rolle der Ernährungsexperten

Die MA 56 unterstreicht, dass die Entscheidungen bezüglich der Speisepläne auf Empfehlungen von Ernährungsexperten basieren und das Ziel haben, alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen. Die Experten bestätigen, dass eine ausgewogene Ernährung, die auch vegetarische und fleischfreie Tage einschließt, den Präferenzen vieler Kinder entspricht und gleichzeitig eine gesunde Entwicklung fördert.