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Serbenhass in Kroatien stark angestiegen

Serbenhass in Kroatien
Immer häufiger finden in Kroatien öffentliche Märsche der Rechten statt. Gleichzeitig häufen sich die Fälle von anti-serbischem Vandalismus. (FOTO: links: Marko Lukunic/PIXSELL; rechts: SPC)

Ein Bericht des Serbischen Nationalrates in Kroatien, welcher Statistiken aus 26 Gemeinden und Städten des Landes umfasst, zeigt ein besorgniserregendes Ergebnis.

Die Anzahl der öffentlichen Versammlungen mit Ustascha-Symbolik und –Grüßen in Kroatien sei so hoch wie nie. Gleichzeitig wurde ein Anstieg an Angriffen und Drohungen gegenüber der serbischen Minderheit im Land verzeichnet.

„Dies ist eine Vergangenheit, welche uns die Gegenwart und definitiv auch die Zukunft nimmt“, so Milorad Pupovac, Vorsitzender des Serbischen Nationalrates in Kroatien (Srpsko narodno vijeće – SNV).

Dem SNV wurden insgesamt 331 Fälle von Hassreden und Übergriffen auf Serben in Kroatien verzeichnet, welche einen Zuwachs von 57 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr darstellt. Ebenso wurden 53 öffentliche Versammlungen dokumentiert, welche von Intoleranz gegen über der serbischen Minderheit geprägt waren.

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In der kroatischen Stadt Vukovar tauchten vor einigen Tagen Poster auf, welche Gehängte an einem Baum zeigen und die Aufschrift „serbischer Stammbaum“ tragen.

62 Mal wurde gemeldet, dass eine öffentliche Person oder Institution bedroht wurde und insgesamt 42 Hassreden gegen Serben hätte es seitens öffentlicher Personen gegeben. Diese Daten dokumentierte der Serbische Nationalrat in Kroatien.

Fehlende offizielle Daten
Kritisiert wird seitens des SNV vor allem eine gerichtliche Ungerechtigkeit und fehlendes Einschreiten der Polizei. Die kroatische Regierung entgegnete diesen Vorwürfen, dass das Land über sehr gute Antidiskriminierungsgesetze verfüge, welche im Rahmen des EU-Beitrittes beschlossen wurden.

Laut der kroatischen Staatsanwaltschaft, gebe es keine genauen Daten über die Volkszugehörigkeit der von Drohung, Diskriminierung und Angriffen Betroffenen. Zudem werde keine Evidenz geführt, welche eine nachträgliche Eruierung der ethnischen Zugehörigkeit ermöglichen würde.

Der SNV kontert, dass sie jedoch in ihrem Bericht über genaueste Daten verfügen und dass es sich um keine Einzelfälle, sondern um ein sich immer weiter verbreitendes Phänomen handle. „Wir haben in Kroatien zwei Welten, eine Welt der Normalität und eine der Anomalität, welche immer größer wird und die Welt der Normalität bedroht“, so Pupovac weiter.

Regierung nicht schuld
Keine Schuld an dieser Entwicklung hätte laut dem Vorsitzenden des Serbischen Nationalrates in Kroatien die Regierung des kroatischen Premiers Andrej Plenković nicht. Vielmehr hätte sie diese Intoleranz von vorherigen Regierungen geerbt. Pupovac bezeichnete die heutige regierende Koalition als eine proeuropäische und demokratische.

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