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Arbeitsausbeutung

Sklaverei mitten in Europa: 20 Opfer in Österreich befreit

Sklaverei mitten in Europa: 20 Opfer in Österreich befreit
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2 Min. Lesezeit |

Europas Behörden schlagen zu: In einer massiven Operation gegen moderne Sklaverei wurden 54 Verdächtige festgenommen und über 400 Opfer befreit – auch in Österreich.

In einer koordinierten europäischen Aktion haben Sicherheitsbehörden einen bedeutenden Schlag gegen Menschenhandel und Arbeitsausbeutung geführt. Die unter französisch-niederländischer Federführung durchgeführte Operation, an der sich insgesamt 32 Staaten beteiligten, führte zur Festnahme von 54 Verdächtigen und zur Identifizierung von 404 Opfern. Unterstützt wurde die Aktion von Europol und der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA), wobei besonders der Agrarsektor sowie die Ausbeutung von Menschen aus Nicht-EU-Staaten und Geflüchteten im Mittelpunkt standen.

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Auch Österreich beteiligte sich intensiv an den Maßnahmen. Während des einwöchigen Einsatzes zwischen dem 22. und 28. September überprüften die heimischen Behörden 753 Personen aus 36 verschiedenen Ländern. Dabei wurden 20 Opfer von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung entdeckt – darunter neun chinesische Frauen in einem Salzburger Bordellbetrieb sowie ein vietnamesisches Mädchen, das in einem Wiener Nagelstudio arbeiten musste.

Die Finanzpolizei erstattete in diesem Zusammenhang Anzeige gegen zwölf Arbeitgeber und vier Arbeitnehmer wegen Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungs- und Sozialversicherungsgesetz.

Gravierende Fälle

Besonders gravierend war ein Fall in Ungarn, wo sieben Menschen – unter ihnen ein erst 15-jähriger Jugendlicher – unter menschenunwürdigen Bedingungen in einer Schweinezuchtanlage arbeiten mussten. Der Betreiber der Anlage wurde inhaftiert. Diese Fälle verdeutlichen die Bandbreite der Ausbeutung, die sich durch zahlreiche Wirtschaftssektoren zieht – von der Gastronomie über das Baugewerbe bis hin zur häuslichen Pflege.

Europol kündigte an, mit regelmäßigen gezielten Aktionen gegen diese Formen der Ausbeutung vorzugehen.

Europaweite Dimension

Die Dimension der Operation wird durch die Zahlen deutlich: Europaweit waren 22.296 Beamte im Einsatz, die 73.218 Personen in nahezu 195.000 Einrichtungen kontrollierten. Die Ermittler identifizierten 93 mutmaßliche Menschenhändler, wobei 92 von ihnen der Arbeitsausbeutung verdächtigt werden.

Andreas Holzer, Direktor des österreichischen Bundeskriminalamts, betonte den substanziellen Beitrag Österreichs im internationalen Kampf gegen Menschenhandel und Ausbeutung.

Die Operation ist eingebettet in die europaweiten EMPACT-Einsätze (EU-Aktionsplan gegen Kriminalität) zur Bekämpfung von Arbeitsausbeutung, bei denen Polizei, Grenzschutz sowie Arbeits- und Finanzbehörden kooperieren. Die Kontrollen belegen, dass Ausbeutungsverhältnisse in zahlreichen Branchen existieren.

Die Behörden der teilnehmenden Staaten sollen sich künftig auf jene Formen der Arbeitsausbeutung konzentrieren, die in ihren jeweiligen Ländern besonders verbreitet sind oder die größte Relevanz aufweisen.

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KO KOSMO-Redaktion
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