Die Sommerschule zeigt bessere Teilnahmezahlen als erwartet: Statt der behaupteten Fehlquote von einem Drittel blieben nur zehn Prozent der angemeldeten Schüler fern.
In den vergangenen Wochen stand die Sommerschule im Zentrum bildungspolitischer Debatten. Für das Lernangebot in den letzten Ferienwochen hatten sich zunächst 39.500 Schülerinnen und Schüler registriert. Diese Zahl stieg durch nachgemeldete Kinder, die ohne Anmeldung erschienen, auf über 41.100 an. Wie das Bildungsministerium am Freitag mitteilte, nahmen letztendlich 37.400 Kinder tatsächlich am Unterricht teil. Die Anwesenheitsquote variierte dabei regional zwischen 83 Prozent in Wien und 96 Prozent in Kärnten.
Die Sommerschule existiert seit fünf Jahren und findet jeweils in den letzten zwei Ferienwochen statt. Ab dem kommenden Jahr soll sie für Kinder mit Deutschdefiziten verpflichtend werden. Lehrervertreter bezweifeln die Umsetzbarkeit dieses Vorhabens und verweisen auf die aktuelle Situation, in der angeblich ein Drittel der angemeldeten Schüler nicht erscheint. Die offiziellen Zahlen des Bildungsressorts zeigen jedoch, dass tatsächlich etwa ein Zehntel der registrierten Teilnehmer fernblieb.
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Wiederkehrs Pläne
Bildungsminister Christoph Wiederkehr sieht in den Teilnehmerzahlen eine Bestätigung für die Bedeutung dieser Ferienförderung. Allerdings ist der Anteil jener Schülerinnen und Schüler, die laut MIKA-D-Test (Deutschtest für Schulanfänger) Förderbedarf in Deutsch haben und deshalb Deutschförderklassen oder -kurse besuchen müssen, derzeit noch verhältnismäßig gering. Der standardisierte Test bewertet die Kompetenzen in den Bereichen Hörverstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben und entscheidet über die Zuweisung zu entsprechenden Fördermaßnahmen. Diese Gruppe stellt die Zielgruppe für Wiederkehrs geplante Pflicht-Sommerschule ab 2026 dar. Von den knapp 7.800 angemeldeten Kindern mit Deutschförderbedarf nahmen nach Ministeriumsangaben rund 6.600 bzw. 83 Prozent tatsächlich am Unterricht teil.
Wiederkehrs Plan sieht vor, dass Kinder, die während der Sommerferien kein Deutsch sprechen, durch die verpflichtende Sommerschule zwei Wochen intensive Sprachförderung vor Schulbeginn erhalten. Um die Teilnahme sicherzustellen, soll die Sommerschule für außerordentliche Schüler als Teil der Schulpflicht verankert werden. Die rechtliche Ausgestaltung befindet sich noch in Vorbereitung, sieht jedoch bei unentschuldigtem Fernbleiben Verwaltungsstrafen vor.
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Kritik der Gewerkschaft
Da sich durch die Verpflichtung der außerordentlichen Schüler die Teilnehmerzahl auf etwa 70.000 nahezu verdoppeln würde, erwägt Wiederkehr, Lehrpersonal notfalls zum Unterricht in den letzten beiden Ferienwochen zu verpflichten.
Die Gewerkschaft stellt die praktische Umsetzbarkeit einer verpflichtenden Sommerschule grundsätzlich in Frage. Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger argumentiert, dass eine solche Verpflichtung das Lernklima beeinträchtigen würde. Zudem seien viele der betroffenen Schüler in den letzten Ferienwochen gar nicht anwesend oder könnten eine Teilnahmepflicht schlichtweg ignorieren.