Sonnenschutz muss nicht teuer sein: Im aktuellen Test überraschen ausgerechnet Discounter-Produkte mit Bestnoten, während teure Luxusmarken kläglich versagen.
Die Stiftung Warentest hat 26 verschiedene Sonnenschutzmittel unter die Lupe genommen und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Ausgerechnet zwei der preiswertesten Produkte sichern sich Spitzenplätze. Die „Cien Sun Sonnenmilch“ von Lidl und die „Lavozon Sonnenmilch“ von Müller erreichten mit der Note 1,5 hervorragende Bewertungen. Mit einem Lichtschutzfaktor von 30 und einem Preis von unter 1,50 Euro pro 100 Milliliter bieten sie optimalen Schutz zum kleinen Preis.
Während die Discounter-Produkte glänzen, enttäuschen ausgerechnet die Luxusmarken. Sieben Sonnenschutzmittel fielen im Test durch und erhielten die Note „mangelhaft“ – darunter ausgerechnet die drei teuersten Produkte. Besonders ernüchternd: Ein Sonnenschutzspray für stolze 36 Euro pro Dose konnte die versprochene Schutzwirkung nicht erfüllen.
Die Ursachen für das schlechte Abschneiden der Luxusprodukte sind vielfältig. Experten sehen einen Zusammenhang mit häufigen Rezepturänderungen und weniger strengen Qualitätskontrollen bei Markenherstellern. Während Discounter auf bewährte Formeln setzen und diese konsequent überwachen, experimentieren teure Marken oft mit neuen Inhaltsstoffen – nicht immer zum Vorteil der Schutzwirkung. Der entscheidende Faktor: Günstige Sonnencremes halten häufiger den ausgelobten Lichtschutzfaktor zuverlässig ein.
Breites Testfeld
Erfreulich für Verbraucher: Neun weitere Sonnenschutzmittel schnitten mit „gut“ ab, was eine breite Auswahl an zuverlässigen Produkten garantiert. Allerdings warnen die Tester vor blindem Vertrauen in frühere Ergebnisse. Die Hersteller ändern ihre Rezepturen regelmäßig, was nicht immer Verbesserungen mit sich bringt. Marken, die im Vorjahr noch überzeugt haben, können diesmal durchfallen – und umgekehrt.
Inhaltsstoffe geprüft
Bei den Inhaltsstoffen gibt es weitgehend Entwarnung. Nur vereinzelt wurden kritische Substanzen nachgewiesen. In einem Sonnenspray fanden die Tester erhöhte Konzentrationen des potenziell krebserregenden Benzophenons, drei weitere Produkte enthielten geringe Mengen.
Der bedenkliche Weichmacher DnHexP wurde lediglich in einem einzigen Produkt entdeckt.
Tipps für Verbraucher
Wer nicht auf aktuelle Testergebnisse zurückgreifen kann, sollte beim Kauf von Sonnenschutzmitteln auf einige Faktoren achten. Qualitativ hochwertige Produkte zeichnen sich durch einen zuverlässigen UV-Schutz, gute Hautverträglichkeit und angenehme Anwendungseigenschaften aus. Der Preis ist dabei kein verlässlicher Indikator für die Wirksamkeit – wie die aktuellen Tests von Stiftung Warentest und dem österreichischen Verein für Konsumenteninformation bestätigen.
Experten empfehlen zudem, nicht blind auf Markenversprechen zu vertrauen. Da sich Rezepturen häufig ändern können, ist es ratsam, sich regelmäßig über aktuelle Testergebnisse zu informieren. Für Personen mit empfindlicher Haut sind Produkte ohne Duftstoffe oder mit speziellen Formulierungen für empfindliche Haut eine gute Wahl.